Mutter, Rasenmäher und immer wieder die Demenz
Schon vor 12.00 Uhr bei meiner Mutter gewesen, die aber noch geschlafen hat. Lange mit Marta über das Verhalten von Mama gesprochen. Das Problem mit Marta ist, dass sie alles weiß und es schwer ist, ihr etwas nahe zu bringen. Sie versteht vieles nicht, was sicher auch ihrem Deutsch geschuldet ist. Für sie ist Demenz lediglich ‚Vergessen‘, dass Mama bestimmte Dinge nicht mehr zuordnen kann, dass sie auf Fragen immer mit nein antwortet, z.B. ob sie was essen will, wenn man ihr nach ein paar Minuten einen Teller hinstellt, isst sie, dass hat Marta immer noch nicht begriffen. Dass Mama auf ein ‚muss‘ allergisch reagiert, versuchte ich ihr heute zu erklären. Haben uns trotzdem danach gut unterhalten. Im Moment geht es ihr mit Peter nicht so gut und ich habe ihr gesagt, dass Mama das vielleicht auch spürt. Um 13.30 Uhr hat Marta auf meine Bitte nach Mama geschaut und davon wurde sie wach. Die Stimmung war leicht angespannt zwischen den Beiden, was sich im Verlauf des Nachmittags deutlich verbesserte. Es war dann recht lustig und Mama konnte herzhaft lachen. Der Nachbar meiner Mutter ist, wie mein Nachbar unten, ein Rasenmähfreak. Gefühlt hat er die Fläche doppelt und dreifach gemäht. Laut Marta mäht er dann am Mittwoch erneut, was ich mir nicht vorstellen kann.
Es ist so schade, wenn ihr der Marta immer wieder erklären müsst, wie eure Mutter tickt. Manche Menschen haben da vielleicht mehr Begabung, manche weniger, und es ist nicht einfach, dazuzulernen, wenn man sich selber für kompetent hält.
Mein Vater hatte zum Schluß Menschen um sich, die noch Schlimmeres anrichteten, z.B. eine Krankenschwester, die mit ihm Gedächtnistraining machte. Erst nach seinem Tod erfuhr ich von Heike, dass das sehr schlimm für die Patienten ist, weil sie dauernd darauf hingewiesen werden, dass sie ihr Gedächtnis verloren haben.