21-06-09-CoTaBu-Morgens bloggen, energetisch auf Null +Tanya

Gute Idee, morgens zu bloggen und mich bereits an euren Blogs und Kommentaren und anderem Wahnsinn zu erfrischen. Von freiwillig Ermordeten z.B. und von Gesunden, die sich im Hospiz anmelden. Der Himmel lacht, ein neuer Tag. Meiner hatte gestern elf Stunden. Bevor abends meine Gruppe begann habe ich mich umsomehr verzettelt, je weniger mir dazu einfiel. Vorbereiten tue ich immer, falls keiner mit einem Thema rausrückt. Dann gibt es auch Konkretes, was ich ansprechen möchte. Letztes Mal wurde bedauert, dass ich kein Totengedenken gemacht habe. Das war das Schwierigste. Keine Musik passte, kein Text schien der Richtige. Es war wie so-tun-als-ob. Eine Atmosphäre schaffen, ohne in der Verfassung zu sein. Es ist etwas Spirituelles, davon aber bin ich abgeschnitten. Diesmal habe ich beide Gruppen zusammengelegt, weil immer noch manche den Einstieg nicht wagen und es insgesamt „nur“ zehn werden sollten (weswegen ich mich wiederum zerfleischte: wie konnte ich nur!). So kaputt und energielos ich war, so sehr ich mein Büro verwüstet hatte auf der Suche nach bestimmten Dingen, so angeregt wurde dann die Runde. Hinterher war ich relativ fidel. Bei Michi gab`s noch Nudeln mit Pfifferlingen zum Ausklang des Tages. – Gestern habe ich dem Ehemann unserer bulgarischen Patientin gewhatsappt (das erste Mal, dass ich sowas von Privathandy tue) um zu fragen wie es geht. Anlass ist ein Artikel, den ich über Bettinas Einzelbegleitung fürs Hospizblatt geschrieben habe, den ich etwa so enden lasse: In diesen Tagen feiert T. ihren 33. Geburtstag, zu Hause. Da wollte ich wissen, ob das wirklich so ist. Der Mann schickte ein wunderschönes Bild, auf dem sie mit ihrer Tochter vorm Haus sitzt: ohne Rollstuhl mit übergeschlagenem Bein.

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Ich kann mir vorstellen, dass du dich sehr über das Foto gefreut hast. Das ist ja eine tolle Nachricht. Es freut mich auch, dass die Gruppe so angeregt war.

  2. Renate sagt:

    Als ich von deiner Aufregung, deinem Gestresstsein, deiner Zerfleischung las, dachte ich mir, die Gruppe war sicher gut. Dass dir der Mann der bulgarischen Patientin das Foto geschickt hat finde ich sehr schön.

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