21-06-23-CoTaBu-Badesaison voll in Gang + fruchtbares Krisengespräch

Neuerdings schwimmen wir schon morgens um 7:30 – erquicklicher als abends, wenn die Massen und deren Hinterlassenschaften das Bild prägen. Auf dem Parkplatz ist von sagenhaften Gewittern mit Dauerwetterleuchten und prasselnden Güssen ein kleiner See entstanden. Bäume oder große Äste lagen auf der Straße, ein Feld war platt. Endlich ist der Regen da, wie früher: nachts! Keiner soll klagen, dass das eh zu wenig ist und nichts bringt. Seit meinem Geburtstag, durch die Länge der Tage und die gefühlte Fülle der Ereignisse – ich brauch wohl ziemlich wenig, um Fülle zu empfinden? – bekomme ich Urlaubsgefühle (ohne zu reisen) und es ist, als würden aus einem Tag zwei. Schwimmen ist in den Sommeralltag eingezogen. – Mich hat etwas in der Zusammenarbeit mit Sonja bedrückt. Sei es, dass sie neuerdings, bevor sie mir jemanden weitergibt oder um Rückruf meinerseits bittet, bereits 3/4 Stunden und länger das Feld abgrast bis in die Details von Vollmachten und Patientenverfügung hinein (sie sagt, sie hat das von mir „gelernt“), sei es, dass ihre Übergewissenhaftigkeit Druck überträgt. Auch dass sie sich eher zerreißt als beispielsweise zu sagen, könntest du inzwischen mal die Tür im Auge behalten? Ich habe bereits gegrübelt, wie und wann ich ansprechen könnte, ob wir einmal unsere Bereiche definieren und neu abstecken sollten. Heute aber ergriff sie mutig die Initiative. Ich sei so still, ob etwas mit mir sei. Erst war mir der Moment ungelegen, aber dann war ich dankbar über die Gelegenheit und wollte es nicht auf die lange Bank schieben. Wir konnten uns gut aussprechen, wurden kaum gestört. Sie hat sehr aufmerksam, regelrecht respektvoll und offen zugehört. Verstanden, nichts vom Tisch gewischt, sich nicht gerechtfertigt; es war keine Gegenwehr, sondern Bereitschaft. Das hat das gute Gefühl ausgelöst, dass wir einen Entwicklungsschritt machen können, gemeinsam und nicht gegeneinander. Am Umgang mit einem Konflikt vollzieht sich ein gutes Stück Kennenlernen.

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4 Antworten

  1. Ines sagt:

    Welch Erleichterung, wenn so ein Konflikt nicht nur angesprochen, sondern auch konstruktiv gelöst werden kann. Gut gemacht, ihr beiden. Badesaison ist bei mir noch lange nicht erreicht, da müsste es länger heiß sein. Ich bin aber auch keine Seeschwimmerin. Bestimmt startet man mit einem herrlich frischen Gefühl in den Tag nach so einem Start. Wahrscheinlich gibt es das Frühstück erst im Anschluss.

    • Heike sagt:

      Für Frühstück ist dann keine Zeit. Ich mache mich dann im Laufe des Vormittags im Hospiz auf die Suche oder verspeise, was ich mitgebracht habe. Aber ich trinke vorher süßen Kaffee, um die 16 Std. auszuhebeln.

  2. Renate sagt:

    Morgens schwimmen hat was. Das reingehen um 7.30 Uhr stelle ich mir sehr erfrischend vor. Dieser Regen seit Tagen hat die Qualität alles wegzuschwemmen, sanften Landregen bräuchten wir.

  3. Beate sagt:

    Mit neuen Kollegen muss man sich erst mal zusammenraufen. Was du darüber schreibst, klingt nahezu ideal, angefangen damit, dass sie schon gespürt hat, es gibt etwas zu klären.
    Ich kann mir gar nicht vorstellen, in der Früh schon schwimmen zu gehen. See, das ist für mich Feierabend- aufs Wasser schauen- schwimmen-Sonnenuntergang

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