21-06-25-CoTaBu-Freitagsputz, Frühschwimm und düstere Vor-Sorgen

Ab 6:00 aufgeräumt. Um 8:00 hat Ursula geklingelt. Schreibworkshop vorbereiten: ein längerer, mehrschrittiger Prozess. Ablaufplan; Impuls- und Methodensammlung und -beschreibung; Literaturliste raussuchen – alles ausdrucken. Bunte Moderationskarten; Bildkarten thematisch. – Nach 9:00 von Michael zu Dasein kutschiert, im Anschluss direkt zum See: heute zapfig. Regelmäßig treffen wir ein uraltes Ehepaar an. Er gut über neunzig. Beide so gebrechlich, so welk. Am Ende hilft sie ihm in Socken und Unterhosen. Zuletzt kommt die große Windel dran, bevor sich sich selbst eine anlegt. Dabei durchgeistigt wie Margarete und Alexander Mitscherlich. – Am Friedhof skurril: jemand schleppt Gießkannen!? – Was mich schwer beunruhigt: Meine Obergrenze für morgen – maximal zehn TeilnehmerInnen – ist ausgeschöpft. Der Gruppenraum ernüchternd, nur theoretisch ausreichend – de facto zu klein für elf Personen. Schlauchförmig; PVC-Boden, Fenster zur Karlstraße. Jemand hat netterweise den Raum  „nach meinen Wünschen“ hergerichtet. „Stuhlkreis“: an Wänden und Fenstern entlang, 1,50m Abstand. Vier Resopaltische mitten im Raum. Ich habe gleich umgeräumt. Das Hygienekonzept – vierseitig – vorab per Email. Hoffentlich nehmen es die Teilnehmerinnen nicht allzu streng. Die im wahrsten Sinn todesängstlichen „Onkofrauen“ im Frauentherapiezentrum waren am extremsten. Das war Schwerstarbeit. Ein Dilemma: Im Hospiz habe ich zweimal den Klinikseelsorger-Innen, diese Woche – zum dritten Mal – der Evangelischen Stadtakademie abgesagt. Bei Dasein habe ich mich das nicht getraut. Jetzt zerreiße ich mich, um dem Raum Farbe zu geben, aber auch für entsprechende Schreibimpulse (olfaktorisch, taktil, gustatorisch…). Hab Rosen gekauft, Aprikosen, Kirschen, ein leuchtendes Tuch liegt bereit. Wie kleide ich mich dazu passend, bestenfalls als wandelnder Raumschmuck?! Ich sehe atmosphärisch schwarz, umso gründlicher bereite ich vor. Thematisch reicht es wahrscheinlich für eine ganze Woche. „Achtsamkeitsübungen“ durch unmittelbare Sinneswahrnehmungen scheiden aus: statt Vogelsang penetrantes Taubengurren und Verkehrslärm; statt Frühsommerduft Abgase. Kann das trotzdem was werden?

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Du hast viel vorbereitet und der Rest liegt nicht in deiner Hand. Wenn es eine intensive Runde wird, dann stören die Resopalrische nicht mehr. Sehr berührend die Szene mit dem alten Paar am See.

  2. Beate sagt:

    Du wirst bestimmt bestens vorbereitet auf deine Teilnehmerrunde treffen und gute Schreibimpulse haben auch bei uns oft ein wahres Feuerwerk an Kreativität ausgelöst. bin gespannt, morgen davon zu lesen.

  3. Renate sagt:

    Das Wasser und auch die Luft haben recht abgekühlt und trotzdem schwimmt ihr im See. Toll! Dieses alte Ehepaar rührt mich sehr an. Dein Workshop wird sicher gut und das Außenrum wird keine Rolle spielen, bei deinen kreativen Angeboten.

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