21-06-29-CoTaBu-Auf der Hut vor Frank + Ordnung ist das halbe Leben

Heute mussten bei uns zwei der jungen Mütter heimgehen, weil ihre Kinder krank wurden. Es geht etwas um, dazu die krasse Wetterlage. Ich schlafe abends abartig früh ein, werde dann nochmal wach wie jetzt. Bin ins Fußballspiel reingeraten. Armer verunglückter Torschütze! Wie sich die Engländer freuen können!? Auch heute vor dem Hospiz schwimmen gegangen; leider wurden meine Kleider nassgeregnet auf dem Holztisch. Jetzt sind wir gewarnt. Immer, wenn wir einen Männerkopf im Wasser und ein Fahrrad am Baum sehen könnte es Frank sein. Zweimal sind wir schon dicht an ihm vorbeigegangen, haben gegrüßt, wie man sich dort eben grüßt bis mir dämmerte, wer das ist. Zuerst fiel mir nur ein „ich hab g`hört, der (Simon) hat des gwusst“. Nach und nach, was man alles hätte (gegen den Tod) tun können. Gut, der See gehört uns nicht und das Schicksal will es, dass wir jetzt dort aneinander vorbeimüssen, auch wenn wir genau deshalb so gern früh gehen: um allein zu sein. – Heute hat mir noch Katharina Rizzi geschrieben. Wieder ging es um den Rauswurf. Sie entschuldigte sich regelrecht, sowas würde nicht mehr vorkommen. Wie aber sollte man vermeiden, dass sich Verrückte anmelden? Jetzt fehlt nur noch der Vorstand. – Mir geht Rolfs Skuptur nach. Sie wirkte Wunder auf mich in diesem Zimmer, in dem nichts Überflüssiges steht. Es ist, als gäbe es keinen Bedarf an „Stauräumen“. ICH BIN DA und diese Figur. Von ihr ging Ruhe aus wie von einem Buddha, obwohl sie ja ganz etwas anderes verkörpert. Vielleicht ist klare Linie möglich, indem das in-Ordnung-halten die Hauptbeschäftigung ist? Und wenn die vielen Dinge fehlen? Ich hole ja alles andauernd raus und verteile und benutze und „brauche“? Wir haben gerade eine Patientin, da soll sich das ganze Leben – Glück und Sinn – um Schönheit, Gepflegtsein und Wohnung-in-Ordnung-halten gedreht haben.

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    Ich erinnere mich an diesen Menschen, den du Frank nennst und was seine überflüssigen Kommentare damals in dir ausgelöst haben. War er der Mann einer Freundin oder woher kannte er dich? Ich glaube, dass es sehr viele Menschen gibt, die mit dem In-Ordnung-halten der Wohnung und des Äußeren einen Großteil ihrer Zeit verbringen.

    • Heike sagt:

      Ein Vater aus Kindergartenzeiten, eigentlich einer, der zu einem Kreis gehörte, mit dem ich sogar Zelten war und zweimal im Jahr Wanderungen gemacht habe über viele Jahre. Seine Tochter und Simon haben sich vier- oder fünfjährig an der Wursttheke bei Tengelmann kennengelernt. Das bei der Beerdigung war nicht überflüssig, sondern unverzeihlich und geschmacklos und es hat nicht viel gefehlt und Michael, der das Ganze aus ein paar Metern Entfernung beobachtet hat, hätte ihn am Kragen gepackt und rausgeschmissen. Frank selbst identifiziert sich mit Authentizität und hält sich für einen Revoluzzer. Er weiß, dass ich in meinem ganzen Leben keinen Raum mehr betreten werde, in der er sich aufhält. Jetzt begegne ich ihm unter freiem Himmel.

  2. Beate sagt:

    dass du diesen Frank am See sehen musstest. So ein furchtbar ignoranter Mensch. Ich beobachte auch, dass es viele Menschen gibt, die sich vornehmlich ans Plakative halten, nach dem äußeren Schein ausrichten- damit kann man auch seine Lebenszeit verbringen

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