Sturzbäche, Geburtstagsrückschau, Sozialstress

Jetzt hab ich lange nicht die Muße gehabt, hier zu schreiben, obwohl ich immer eure Beiträge tagesaktuell verfolge. Heute morgen bin ich glücklicherweise mit der U-Bahn gefahren, denn mit dem Fahrrad wäre ich heute auf dem Heimweg untergegangen. Das Unwetter ging los, als ich an der U-Bahnhaltestelle Brudermühlstraße ankam und eigentlich nur die 5 Minuten nach Hause laufen musste. Im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs sammelten sich Menschen, die alle den Wahnsinnsregen abwarten wollten. Es kamen einem Sturzbäche die Treppenaufgängen entgegen, so dass auch ich mich trotz Besitzerin eines Schirms nicht traute an die Oberfläche zu gehen und mindestens 10 Minuten auf einen minimalen Rückgang des Unwetters warten musste. Währenddessen kam eine Mutter mit 3 kleinen Kindern ins Sperrengeschoss, alle total durchnässt. Mich beeindruckte, dass sie mit einer unglaublichen Ruhe allen Kindern nacheinander die nassen T-Shirts auszog und die Regenjacken anzog. Es war ein schönes Bild, wie diese kleine Familie agierte, alle waren gelassen, arbeiteten zusammen und waren zufrieden. Heute Abend kam ein Freund von Hubert zum Fußball schauen, ich habe die beiden jetzt oben mal alleine gelassen, das Fußballspiel war ja bekanntlich eine Niederlage. Rückblickend bin ich schon zufrieden mit meinem Geburtstagsfest, aber ich habe gemerkt, dass mich die Menge an Menschen etwas überfordert hat. Vielleicht lag es auch an der langen Abstinenz. Erst am späteren Abend, als wir noch zu Sechst auf der Terrasse saßen, konnte ich mich entspannen und gut unterhalten. Ich hätte mich gerne mit allen Gästen mehr unterhalten, aber ich hatte nicht die Ruhe. Vielleicht werde ich nächstes Jahr alles anders machen. Andererseits war es mir wichtig, so eine Art Einweihungsfeier zu machen, bei der auch viele Menschen kommen, die noch nicht bei mir zu Besuch waren seit ich hier wohne und natürlich hatte ich mir immer vorgestellt, die Terrasse mal wirklich zu nutzen für so eine Gelegenheit. In der Nacht ging es mir nicht gut. Ich hatte die totale Hitze, habe geglüht und war völlig außerstande zu schlafen. Der nächste Tag war dann echt grausam. Im Kinderzentrum sind mir sind förmlich die Augen zugefallen. Am Abend kamen dann ja Maja und Bernd, die am Geburtstag selber noch im Urlaub an der Cote dÁzur waren. Wir haben noch mal ein kleines Essen  gemacht und hatten es eigentlich auch wieder sehr nett, aber sowohl Hubert als auch ich hätten eine Pause gebraucht. Hubert hat wirklich unglaublich geschuftet vor und während und nach meinem Fest und ich bin ihm auch super dankbar und konnte es am Geburtstag selber auch annehmen. Aber am Montag und auch heute hat er es für meinen Geschmack übertrieben. Bevor ich irgend etwas machen konnte, hat er es schon in die Hand und mir aus der Hand genommen. Heute nach dem Fußballspiel hätte ich gerne alleine den Esstisch abgeräumt, damit er sich noch mit seinem Freund unterhalten kann, aber Hubert hält es nicht aus, wenn ich irgend etwas im Haushalt mache und er nicht. Wenn ich darauf bestehe, etwas alleine zu machen, wird er gereizt. Und ich fühle mich mit der Rollenaufteilung nicht wohl. Ich denke, dass wir darüber noch einige male reden werden müssen. Die nächsten Tage habe ich außer morgen, jeden Tag eine soziale Verabredung. Ich denke an Renate und ihre Rückzugswünsche. Lange habe ich mich danach gesehnt, wieder mehr unter Freunden zu sein. Jetzt ist es mir zu anstrengend.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Oh Gott, jeden Tag? V.a. nach so einem Großereignis könnte das zuviel sein. Ich bin auch immer noch platt, obwohl es ja deins und nicht meins war. Der arme Hubert. Ich würde seinen Tatendrang besser genießen. Vielleicht auch nicht; ich glaube, du willst dich nicht bis zur Unselbständigkeit verwöhnen lassen? Aber ohne seine – für mich ganz unauffällige – Gastgeberhand mit allem, was dazu gehört – hätte alles anders ausgesehen. Es steckt nunmal verdammt viel Arbeit drin, und er macht das ohne große Geste. Das ist fantastisch. Die Szene mit den Wassermassen an der U-Bahn ist bedrohlich. Was Mütter leisten erkenne ich heute in der Rückschau aus der anderen Perspektive.

  2. Renate sagt:

    Dein Schirm hätte dir heute nichts genutzt. Dieser Regen und die Sturmböen waren gigantisch.
    Dass Hubert dir wenig alleine machen lässt, ist auf der einen Seite ganz nett, auf der anderen Seite finde ich es unmöglich. Unmöglich auch dass er dann gereizt reagiert. Hängt das damit zusammen, dass es seine Wohnung war, ist es dass er dir nichts zutraut, lieber selber alles in der Hand hat und nicht abgeben kann, will?

  3. Beate sagt:

    dass es Dir zuviel war, so viele Leute um Dich zu haben, mag echt an der monatelangen Abstinenz davor gelegen haben, Aber wie aufregend: Viele Freunde haben zum ersten Mal gesehen, wo Du gelandet bist! Das Wetter spielt zur Zeit verrückt, das bringt ganz schön viel Unruhe in den Alltag

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