21-07-03-CoTaBu-Gestern-heute-morgen-Vorfreuden und Nachklänge
Wenn Schreiben ansteht, bin ich schon vorher elektrisiert. Ich habe am meisten davon, wenn es „durchdacht“ ist und ich mich seelisch darauf einstelle. Statt, wie vorgehabt, aufzuräumen, beschäftige ich mich also damit, nachdem wir immerhin schon Schwimmen waren. Eiskalt der See, angenehm die Morgensonne und die fleißigen Entchen. Dass ihr als inner circle Erlaubnis für Chaos gebt, entlastet mich ungemein. Mal sehen, ob ichs aushalte. Der "freie" Tag gestern war randvoll mit kleinen Zeitfressern und einer GROßEN SACHE. Urkunde beantragt; Zahnarzt angerufen, wohlweislich erst um fünf vor Zwölf, damit ich nicht noch einen ad-hoc-Termin bekomme. Bei der LBS - erst bei der SSK rausgekommen, was war das wieder für eine lasche Trulla und was mache ich eigentlich, wenn ich noch schwerhöriger werde?, Bankgeschäfte. Mittags Fisch. Wir müssen jetzt auf Teufel komm raus Fisch essen, weil Michis Kühltruhe einen Zentimeter offenstand. Vorgestern hatte ich seinen Dauermieter, ehemaligen Klassenkameraden, später Studienkollegen von Dr. Wegener, zum Bier gebeten. Michael fragte nachher nur, ob ich jetzt wisse, was er meine, wenn er strikt zwischen Gästen und Freunden trennt. Ein sehr interessanter Mann, zahnlückig, mit pinseldünnem Zopf und Cowboyhut, ehemals Arzt wie Wegeners, wohl auch 12 Jahre auf der Straße, psychiatrieerfahren. Ich unterhalte mich gern mit ihm, aber jetzt muss auch ich zugeben, er geht dann nicht mehr. Mit solchen Gästen habe ich Schwierigkeiten, man denke an Sabrina, sie kam mittags und saß noch in der Nacht. Nur Totstellen half. Krasse Kontrast: wenn Gäste losmüssen, wenns grad noch schön ist (zwinker). Für mich besser so als andersrum. Großereignis: Adrian hatte die Initiative ergriffen: Ich habe im Ruffini die drei Francogeschwister getroffen, für mich ein ganz besonderes Ereignis von Wichtigkeit ersten Ranges. Adrian brennt von Interesse an unseren bzw. meinen Schreibaktivitäten.- Jetzt muss ich zum Friedhof, Oma Renate treffen. Abends mit Monika in den russischen Club in der Seidlvilla. Für mich viel zu viel.
Das soziale Leben geht wieder los, auch bei dir. Viele Dates. Toll, dass die jungen Leute sich so für dich interessieren. Sich auf die Schreibgruppe vorbereiten, ist sicher sinnvoll, ich fange frühestens auf der Fahrt damit an. Dieser Dauergast ist ne Type. Er hat wahrscheinlich kein richtiges Zuhause mehr. Hoffentlich will er jetzt nicht jeden Abend bei euch sitzen.
Der wohnt schon über 3 1/2 Jahre bei Michael, vorher auch schon in irgendeiner Pension. Davor 12 Jahre auf der Straße – er ist schon einen großen Teil seines Lebens ohne richtigen Wohnsitz. Bei Michael geht es ihm wohl so gut wie Jahrzehnte nicht. Dr. Wegener hatte für ihn „für drei Monate“ angefragt, sonst wäre es wohl wieder auf die Straße gegangen.
Du hast mir mal gezeigt, vom Garten aus, wo sein Zimmer liegt. Udo Lindenberg wohnt auch in nem Hotel. Nicht vergleichbar, klar, aber vielleicht doch? Über den russischen Club wüßte ich gerne mehr