Unterwegs

Die Fahrt ins Schwabenländle war ätzend: Unzählige LKWs, ein Unfall hinter Stuttgart, ich runter von der Autobahn und wieder in Stuttgart gelandet, im Feierabendverkehr, nichts ging voran, wieder auf die Autobahn Richtung Pforzheim, fünf Stunden Fahrt ohne Pause statt drei… aber ein sehr nettes Erlebnis hatte ich doch: Schriller Warnton auf der Autobahn , ein Warnsignal, das ich bislang nicht kannte, also Gas weg und zur nächsten Raststätte, dort nachschauen, was das Signal bedeutet und wie es zu beheben ist. Ganz einfach: Luftdruck in den Reifen prüfen, Info dazu in der Fahrertür. Ich ging zur Kasse, da war nur ein alter Mann im ganzen Raum. Und kurz darauf kam ein junger die Treppe rauf, Rucksack auf der Schulter. Den bat ich um Hilfe, denn ich bin schon überfordert, wenn ich beim Rad Luft pumpen soll.. Der half mir, sehr nett und geduldig, Als ich ihn fragte, ob ich ihm einen Kaffe spendieren darf, deutete er auf seinen riesigen Laster und meinte, er habe hier nur schnell geduscht und müsse gleich weiter.

Bei Suzanne angekommen, saßen sie beisammen, ihre große Familie, die sehr alten Eltern, Ihr Mann, ihre Tochter, ihre Schwester mit Mann und der Bruder. Ich kenne Suzanne seit fast 40 Jahren, aber nur aus unserer sehr turbulenten Berliner Zeit und später habe ich sie ein paar Mal in Düsseldorf besucht. Sie im Kreis der Herkunftsfamilie zu sehen, war schon sehr eindrucksvoll. Ich sage zu der Schwester, wie schön dies sei, die ganze Familie! Ja, entgegnete sie, Einer fehlt! Ein Bruder war sehr plötzlich vor ein paar Jahren an einem Aneurysma gestorben. Ich freue mich auf die Auszeit hier, muss aber auch arbeiten. (Das sind so die Vorteile vom Homeoffice: Egal, an welchem Fleckchen der Erde Du bist, arbeiten geht immer dank WLAN) .

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2 Antworten

  1. Renate sagt:

    Manchmal ist ein Mann doch recht hilfreich. Eine schöne Zeit im Schwäbischen wünsche ich dir. Hoffentlich ist das Wetter dort besser.

  2. Heike sagt:

    Wenn ich von deiner Fahrt, den zugehörigen Turbulenzen und dann vom Tisch mit Riesenfamilie lese, wird deutlich, welch unterschiedliche Vorstellungen wir Menschen davon haben, was eine Auszeit ist. Ein schönes Beispiel von Hilfsbereitschaft, wie man das auch aus den Katastrophengebieten hört, wo Menschen die Existenz davonschwimmt, wenn nicht gar das eigene Leben.

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