nach dem Urlaub
Ich gebe zu, mir fehlt die Zeit und auch die Lust, zu schreiben. Vielleicht ist die Ära Schreibblog bald vorbei?? Wie seht ihr das? Die letzten beiden Tage sehr viel herum gewurschelt, viel Wäsche, vieles wieder an Ort und Stelle räumen, einige Telefonate. Einmal hatte ich online Yoga, was unheimlich gut getan hat nach dem vielen Sitzen im Auto. Einmal Peergruppe im Hof bei Alexandras Praxis. Im Vergleich zu Alexandra, die ja auch wie ich Psychologin ist, fühle ich mich immer sehr unwissend und beruflich wenig erfolgreich. Sie managt eine große Praxis mit vielen Angestellten, hat 30 Supervisandinnen und hält Vorträge und ist auf der Höhe der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Für mich ist und war die Arbeit nie so wichtig. Sie gibt meinem Leben zwar einen Sinn und ich verdiene meinen Lebensunterhalt gut damit, aber ich könnte gut ohne Arbeit leben ohne dass es mich stören würde. Meine Schwerpunkte liegen wohl mehr auf Familie, Partnerschaft und mich um mein eigenes Leben und meine Entwicklung kümmern. Es war jedenfalls ein wunderschöner Abend, zum Glück ja wieder möglich, nachdem es einige male wegen Corona nicht stattgefunden hatte oder nur per Zoom. In Schweden lebt man völlig ohne Maske. Deshalb musst ich mich hier erst einmal daran gewöhnen, habe sie ein paar mal vergessen und musste wieder kehrtmachen. Samstags Markteinkauf mit viel Fisch, Obst und Gemüse und selber Kochen. Das hat mir schon etwas gefehlt. Nicht, dass ich besonders gerne koche, aber ich esse gerne die Dinge, die gesund sind und wenn ich es selber mache, weiß ich, was drin ist. Sehr belastend ist das Thema Mutter. Diesbezüglich muss ich dich, Heike noch einmal interviewen. Es wird in absehbarer Zeit so sein, dass sie keine Luft mehr bekommen wird und auch nicht mehr wird essen können. Sie müsste also beatmet und künstlich ernährt werden. Eigentlich will sie das nicht, aber man kann sie ja schlecht ersticken lassen. Es ist alles so grausam. Ich spüre einen Widerstand mich mit diesen Fragen zu beschäftigen.
Liebe Ines, was deine Mutter betrifft ist es wirklich höchste Zeit… „Man kann sie nicht ersticken und verhungern lassen“, das waren – wenn ich es so brutal ausdrücken darf, die Argumente vor 20 Jahren, als man Patienten genau damit unter Druck setzte und sie indirekt zwang, sich diesen Maßnahmen zu beugen. Es gibt sehr wohl Instrumente dazwischen. Es wäre unverzeihlich, sich damit jetzt NICHT zu beschäftigen, MIT deiner Mutter gemeinsam. – Dein Ansatz, das Blogschreiben als sich dem Ende zuneigend zu betrachten, schmerzt mich ungemein. Aber natürlich kann ich es nicht erzwingen. Bei mir gehört es zu einem sehr liebsamen und wichtigen Teil des Lebens. Aber manche Dinge müssen auch enden dürfen.
Manchmal habe ich auch keine Lust zu schreiben. Irgendwie gehört es jedoch schon zu meinem Alltag. Ob ich allerdings noch ewig schreiben will?
Dein Beitrag hat mich sehr beschäftigt. Arbeit hat so viele Bedeutungen, die Einstellung, wie und wofür sie wichtig ist, wandelt sich im Lauf der Zeit. Zu unserem Blog: Corona ist noch nicht Vergangenheit. Unser Blog war bislang für mich wie eine Hängematte, die unsere Reflexionen und Alltagserfahrungen gesammelt hat und uns verbunden hat. Im Herbst kommt ein neuer Aufguss, den wir schreibend kommentieren werden, vielleicht. Zur Zeit komme ich aber auch wenig zum Schreiben