Wenig Energie, viel außer der Reihe
Heute lange im Bett gelegen, da mich kein Yoga um 9 Uhr aus den Federn getrieben hat (in den Schulferien findet es nicht statt) und ich gestern ziemlich viel Wein getrunken habe. Eigentlich trinke ich unter der Woche keinen Alkohol, aber gestern haben wir uns nach über einem Jahr mit einem befreundeten Paar bei einem Italiener getroffen und die Stimmung so schön und das Essen so lecker, dass wir noch eine zweite Flasche Wein bestellten. Das Lokal ist so unscheinbar, sieht aus, wie eine Sportlerkneipe und hat uns dann mit wirklich hervorragendem Essen überrascht, ein Geheimtipp in der Werdenfelsstraße in Hadern. Nach dem Frühstück, noch im Schlafanzug, bei Heike im Hospiz angerufen. Ein sehr hilfreiches Gespräch geführt über meine Mutter und welche Schritte jetzt anstehen. Ich habe gleich mit meinen Geschwistern eine Videokonferenz ausgemacht und später auch noch mit meinem Vater am Telefon das Thema Patientenverfügung angesprochen. Tatsächlich haben meine Eltern diese vor vielen Jahren aufgesetzt , als sie noch nicht krank waren und nie wieder verändert. Mein Vater findet es gut, wenn wir uns jetzt eingehend damit beschäftigen. Er selber hat es bis jetzt verdrängt oder verschoben, sich über die konkreten Möglichkeiten Gedanken zu machen. Nach dem Telefonat hab ich noch im Internet recherchiert über die SAPV-Teams und mir danach, völlig untypisch für mich, im Internet Birkenstocklatschen bestellt. Mein Vorhaben, mir mittags was zu kochen, habe ich wieder aufgegeben. Ich war zu faul und mir fehlte die Lust. Deshalb nach dem Einkauf bei Edeka und Vollcorner eine großes Müsli zusammengemischt und danach noch Schokolade gemampft, auch entgegen meiner Gewohnheiten. Nach dem Essen saugen, Bäder putzen und Wäsche aufhängen, Telefonat mit Vater. Dann aufs Fahrrad und Renates Beispiel folgend in die Stadtbibliothek geradelt, mir Kochbücher über grüne Smoothies und weitere Bücher von den Ernährungsdocs ausgeliehen. Wenn ich schon keine Lust habe zu kochen, dann wenigstens nach neuen Rezepten Ausschau halten. Dann noch bei dm was besorgt und im Gemüseladen Rucola gekauft. Nass geworden. Zu Hause war Hubert schon dabei seine Sportübungen zu machen. Dann klingelte es und unser befreundeter Schreiner Bertin kam kurz vorbei, um sich auszahlen zu lassen. (Er hatte unsere Arbeitsplatte frisch eingelassen, als wir in Schweden waren). Er blieb dann fast eine Stunde, und hat sich nach Schweden erkundigt. Danach eine schnelle Pizza gemacht mit Fertigteig aus dem Bioladen, essen, Tagesschau ansehen. Im Moment spielt die Natur verrückt. Erst diese Hochwasserkatastrophe, jetzt die Brände und mega Hitze in Griechenland und Südeuropa. Wenn ich mich dann über das graue und kalte Augustwetter in München beklage, ist das Jammern auf hohem Niveau. Insgesamt bin ich jetzt zufrieden mit dem Tag. Zwischendurch ging es mir nicht gut, ich hatte wenig Energie und den Eindruck, dass ich früher viel mehr an so einem Tag gemacht habe, z. B. jeden Mittwoch im Schwimmbad war. Ich spüre, dass ich mal wieder etwas Neues in meinem Leben machen möchte. Ich weiß nur noch nicht was. So einen Rappel habe ich alle halbe Jahr ungefähr.
Mir ist ganz schwindelig von allem, was du heute gemacht hast! Aber vielleicht ist das fehlende Yoga wenig erfreulich. Ansonsten hast du m.E. ganz schön was zerrissen. Was ich das Wichtigste finde weißt du ja. Wenn solche Themen im Raum stehen – wenn ich das sagen darf – dann ist das ein gravierender innerer, prioritärer Prozess, der sich kaum mit Bahnen-Schwimmen und sonstwas unter einen Hut bringen lässt.
Dieser lange Text zeigt wie ausgefüllt dein Tag war. Wie ich diesen Rappel kenne. Manchmal ist das dann auch der Auftakt zu etwas Neuem.