21-08-10-CoTaBu-Eintracht am See mit Bine – Acht und Bann im Hospiz

Der harmonische Sonntagabend bildete gestern die Basis für einen ebensolchen freien Nachmittag mit Bine. Nach gemeinsamen Resteessen und 20-minütigem Powernapping nochmal ins Strandbad gefahren, das angenehm schwach besucht war. Maskenzwang am Eingang skurril. Nur in Feldafing schwimme ich „bis zum Pfahl“ – vierzig Minuten hin und her. Wir beide nacheinander, weil Bine unsere Schätze nicht alleinlässt. Die herrliche Lokalität verleitete uns noch zu einem Abendessen – bissel was geht immer – im schönen Licht am Wasser. Zum Abschluss die kleine Strecke bis zur Roseninsel spaziert, etwas abgekürzt wegen der Mücken; heimgefahren in der Dämmerung, kurz nach 21:00 zurück. Eintracht pur. Da ich heute Gruppe habe erlaube ich mir, später zur Arbeit zu gehen für ein letztes Frühstück bevor Bine abreist. – Was mir übelst nachhängt, mich den Schlaf gekostet hat, bis ich eine Tavor eingenommen habe, die mir jetzt nachhängt mit leisem Zittern: unser Grieche. Statt der vereinbarten Familiengespräche lief es nur auf den Sohn hinaus, der gestern zum zweitenmal unverhofft bei mir erschien, kalt vor Wut und gebändigtem Hass. Statt also eines vernünftigen Familiengesprächs über Alternativen vollstreckt er – wie zur Strafe, wie ein trotziges Kind – den undurchdachten, unverantwortbaren Willen des Patienten. Übers WE hat er Flugtickets nach Griechenland für morgen gebucht. Vielleicht gerade günstig, da das Land brennt? Das ist ein Irrsinn, direkt aus dem Hospizbett, in dem wochenlang wie ums goldene Kalb herumgetanzt wurde. Nichts ist vorbereitet, auch der Patient nicht. Er forderte Krankenkassenkarte, Medikamente. Die bekommt er auf Station. Was er zu mir sprach klang wie ein Fluch, und genauso fühle ich mich jetzt. Er sei Humanist. Das sei unmenschlich. Er spreche mit mir nicht darüber. Das sei mein Problem, nicht seines. Ich müsse damit leben. Sie wollten nur noch weg aus diesem Haus. Mit den Händen zeichnete er eine Mauer, die er zu mir schob. Tatsächlich habe ich lange kein Auge zugetan und bin sehr beunruhigt.

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3 Antworten

  1. Beate sagt:

    Die Geschichte mit dem Griechen klingt sehr gruselig! Wie kann man mit so viel Ablehnung zurecht kommen? Wie sich gut abgrenzen? Hingegen zuvor: Die traumhaft schöne Gegend. Strandbad, Spaziergang zur Roseninsel. Eintauchen in Altvertrautes, aufgehoben sein

  2. Renate sagt:

    Dass du nach diesem Auftritt, dieser Anklage nicht schlafen konntest ist mehr als verständlich. Was für ein infantiles, unverschämtes Verhalten, trotz aller Not, die zu mildern du bereit gewesen warst, mit einem Gespräch und der Suche nach einer angemessenen Lösung. Seine Worte können wirklich Angst machen. Es hätte noch eine zweite Person, Herr Linnemann oder jemand anders mit dabei sein müssen, bei diesem Gespräch.

  3. Ines sagt:

    Das Verhalten des Sohnes ist unverständlich und irrational. Hoffentlich kannst du den „Fluch“ abschütteln. Und jetzt wird der alte Vater nach Griechenland geflogen, das ist fast schon skurril.

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