Und wieder weckte mich der Hund
Und wieder weckte mich der Hund um 4.45 Uhr. Fenster zu und weiter geschlafen. Als ich auf dem Balkon stand sah ich eine Frau mit der Bewohnerin, die über der Hundebesitzer wohnt, sprechen. Ich machte mich bemerkbar und die Frau, die in meinem Block unten wohnt, fragte wegen der Jaulerei des Hundes. Auch sie wußte den Namen der Hundebesitzerin und ist dann zur Tankstelle gefahren um mit der Frau zu reden. Kurze Zeit später war Ruhe, denn die Nachbarin holte den Hund zu sich. Haushalt ordentlich gemacht, mit Böden wischen. SZ auf dem Balkon gelesen, da rief mir die Frau von gestern von unten zu, die Frau von heute die auf ihrer Terrasse saß hörte uns und kam auch dazu. Inzwischen regen sich auch andere Hausbewohner über den Hund auf. Wir haben zu Dritt überlegt was wir tun können. Das Ordnungsamt, der Tierschutzverein und sogar die Polizei wurden von der Frau von gestern bereits kontaktiert. Wir waren uns einig dass es in erster Linie um das Tier geht und ebenso wichtig, um unseren Schlaf. Nachmittag zum Rotkreuzplatz geradelt. Ein paar Dinge besorgt. Bis es mir zu kalt wurde auf dem Balkon gesessen und Juli Zeh gelesen.
Das mit dem Hund verstehe ich nicht: wie zur Tankstelle gefahren? Arbeitet die Frau dort, während der Hund allein zu Hause ist? Und kann niemand etwas machen? Was sagt nochmal die Besitzerin selbst zu der ganzen Misere? Und: wann bist du beim Kiosk vorbeigeradelt?
Wenn der Hund jault, fühlen sich natürlich alle Leute, die in der Nähe wohnen gestört. ich habe mich immer über die krähenden Hähne amüsiert, die Anlass zu Nachbarschaftsstreitígkeiten führen, aber auch das ist gar nicht lustig. Warum lässt die Frau den Hund allein? darf er nicht mit zur Arbeitsstelle?
Wie wir uns alle Gedanken machen. Ich verstehe es so, dass der Hund weint, weil er alleine ist, während Frauchen Schichtdienst in der Tankstelle hat. Vielleicht kann sich ja immer eine der Nachbarinnen um den Hund kümmern, wenn Frauchen arbeitet, das wäre mal richtig gute Nachbarschaftshilfe.