21-09-08-CoTaBu-Blasse Mondsichel, Erwin Olaf + Stelldichein mit mir
Dem Mond erwartungsvoll entgegen zu reisen ist nicht so einfach. Wie ich feststelle, habe ich den unverstelltesten Blick aus meinem vierten Stock. Auf nochmal Ostseite Starnberger See hatte ich heute keine Lust, auf dem Olympiaberg zuviel Stadtlicht vermutet; also haben wir im Nymphi den optimalen Ort gesucht und außerhalb der Schlossmauer gefunden. Der Mond dann so blass und unscheinbar, dass Michael ihn mir zehnmal zeigen musste; Venus, entgegen Erwartung, nicht handbreit daneben, sondern weiter entfernt. Trotz Antibrumm ordentlich zerstochen. Heute wieder Bücherschrank; mit Michi bei Giovanni, wo wir zufällig Härings trafen (Eltern von Jonas und nein, in meiner Küchentür ist sein Bruder Fabian!). Das war sehr nett, zumal wir es gezielt nur selten angehen. Ohne Kinder wären wir vermutlich nie zusammen gekommen; in der Familie steckt eine gehörige Portion Beamtenmentalität, da feuert nichts; ein ruhig dahinfließendes Gewässer, von Petras Seite ein felsenfest standfestes Gemüt. Gute Verbindung, aber keine Inspiration. Sie sind eben „Sportler“, eine andere Welt. – Nachtrag von gestern: Noch infiltriert von van Gogh und in Trance von meinen japanischen Lektüren, zu denen ich gerade die Muße habe, habe ich gestern ganz bodenständig einen Fußpflegetermin wahrgenommen (nach einem Jahr!). Danach in die Hypokunsthalle zu Erwin Olaf (Fotokunst); nicht wirklich interessiert habe ich das 1/2 Preis Angebot, (neuerdings dienstags) wahrgenommen; fand es dann auch erlebenswert, wenn auch nicht beflügelnd zu Nacharbeit. Im Rausgehen schrie ein Museumsbesucher den Türsteher an, der nach den drei Gs fragte. Im Muji – dem japanischen Kaufhaus – wollte ich probesitzen auf einem dieser Sitzsäcke, (wie in der Reithalle). Auweia. Ich musste am Ende auf alle Viere…hoffentlich hat’s keiner gesehen! Über sowas bin ich also raus, schade. Beates Sessel – wie ich feststelle – außerhalb meiner Reichweite. Danach genüsslich in den Fünf Höfen bei Dean&David gespeist, mir noch ein Stückerl bei Kreutzkamm zum Mitnehmen gegönnt: eine schöne Verabredung mit mir selbst.
Verabredung mit sich selbst klingt schön und scheint ja auch nicht so schlecht gewesen zu sein, abgesehen vom Sitzsack. Niemand kommt aus Sitzsäcken elegant wieder hoch. Schade, dass die Mondsichel so schwach geleuchtet hat, trotzdem eine spannende Unternehmung.
Frei nach Valentin: Heute mache ich mir eine Freude und besuche mich selber. Mond und Venus habe ich ganz vergessen. Lustig dein Sitzsackversuch, bei dem es mir nicht anders gehen würde.