21-09-18-CoTaBu-Corona kafkaesk zugespitzt, Hausbesuch + Seladone
Die Woche hat einen Zustand flirrenden Stress` hinterlassen, den ich abbauen muss. Ich brauchte heute Bachblüten und Tavor, so rauschte es im Gebälk. Morgens KVR. Niemand kann sich diese kafkaeske Szenerie ausmalen. Um Zeit miteinander zu haben wollte Michi mich chauffieren; dort selber versuchen, Briefwahlunterlagen zu bekommen. Ich hatte meine Terminbestätigungsmail vergessen. So ließen sie uns nicht rein. Erst hieß es, hundert Meter weiter diese Einfahrt. Dann hundert zurück jene. Die Beamtin dort zum Glück telefonisch erreicht, sie schickte auf Michaels Handy eine Bestätigung, die sich erst nicht öffnen ließ. In der stinkenden, dreckigen Tiefgarage sah man Brautpaare in Trachten und Robe staksen, mit Blumensträußen. Ich musste in ein Großraumbüro – eine schwere Geburt. Erst noch zur Kasse, es hieß runter, der Pfeil zeigte hoch; aufgrund meiner Schlechtsichtigkeit nehme ich all die Plexiglasscheiben bzw. das Loch zum Durchreichen der Papiere nicht adäquat wahr. Zum Glück entging mir nicht, dass das Dokument mir den Namen lassen wollte, den abzulegen der Zweck der Übung war (schriftlich, telefonisch und aktuell vor Ort vorbesprochen). Alles nochmal in Zeitlupe. Anschließend in ein anderes Zimmer. Das war abgeschlossen wie alle umliegenden. Endlich bewegte sich ein Schlüssel im Schloss. Wieder viel ausgefüllt. Wieder zur Kasse. Wieder zurück. Pfeile, die Laufrichtung vorgebend, obwohl alles ausgestorben ist. Geschafft! – Im Anschluss „Hausbesuch“. Die Frau, mit der ich vor Wochen im Nymphi spazieren war möchte viel aus der exzellenten spirituellen Bibliothek ihres Mannes verschenken, hatte einiges für mich ausgesucht (nach unserem letzten Gespräch), ließ mich selber schmökern. Eine verwinkelte Riesenwohnung, Hinterhof Paul-Heyse Straße mit verwunschenem, weitläufigen Dachgarten. Ich bin drauf und dran, einer intensiven Hingezogenheit nachzugeben. – Seit Montag erstmals WIR VIER auf kurzes Mittagessen bei Giovanni; geruht; abends mit Lesekreisdame zum Vortrag über „jadegleiche Porzellane“ im Museum 5-Kontinente. Total überfüllt, habe ich ein vollgepacktes WE vor mir – muss aufpassen. Ich verkrafte nicht soviel Aktion, wenn auch der Tag unglaublich abwechslungsreich war.
Da hab ich etwas nicht mitbekommen. Was genau wolltest du beim KVR? Namensänderung???? Habt ihr jetzt schon heimlich geheiratet oder macht du aus deinem Doppelnamen einen einfachen? Echt skuril, deine Beschreibung dieser ganzen Aktion. Mir scheint auch, dass du viel vorhast.
Nein. Ich habe vor 32 Jahren bei der Hochzeit mit Peter einen Doppelnamen genommen, damit Fabian nicht als einziger „Friedrich“ allein ist. Seitdem leide ich an der Verwirrung um diesen Unsinn; im Falle meines Todes würde es richtige Schwierigkeiten geben (Krankenkassenkarte nämlcih NUR Forster, damit nicht mein Doppelname durchs Wartezimmer schallt). Ich gebe ewig nur Forster an, im Pass und Perso, bei Banken und Versicherungen aber habe ich den Doppelnamen. Da wir eh mit Papierschlachten eingedeckt werden mache ich das alles in einem Abwasch. Es war ein sehr großer Aufriss!
Erst dachte ich auch ihr habt geheiratet, bis ich zu der aufklärenden Stelle kam. KVR ist immer ein großes Vergnügen, da bekommt man die deutsche Bürokratie voll ab. Puh dein Tagesprogramm liest sich atemlos.