21-09-18-CoTaBu-Coronauntergang afghanisch, Zopf ab + die Uhr tickt
„Es“ rückt näher. Wir haben uns gestern den „nächstbesten Termin“ gesichert. Bevor ich in den Kuratorinnenvortrag ging whatsappte ich Helga, unserer ehrenamtlichen Friseurin: HILFE, NOTFALL, mein ZOPF muss ab! Ich brauche ja keine Friseurin, habe also auch keine! Helga trat nur für mich in ihrem Salon an, was mir ein schlechtes Gewissen, aber auch große Freude gemacht hat. Sie redet wie ein Wasserfall – es war so vertraut; sie ist lustig und herzlich. Sooo schön! Weil ich befürchtete, dass sie nichts nimmt, habe ich vorsorglich ein Kirschmandeltörtchen bei Ruffini besorgt. Morgens hatte ich gebacken, gestern eingekauft, um auch einmal für die „Kinder“ zu kochen. Dann war das Wetter zu schön und Michael hat alles zu sich geholt. Ich habe also mittags bei ihm gekocht. Das ganze Hin und Her ist manchmal schon umständlich. Hinterher in die Stadt, wieder war ich sowas von k.o.! – Was mich heute erschütterte: Ich wollte schon lang mal wieder ins Bamyam gehen, das afghanische Restaurant in der Hans-Sachs-Straße. Auf der Webseite stand: seit 1.9. geschlossen. Die Katastrophe im Heimatland, dazu Corona… ihr Leben sei mit der Zerstörung der Buddhastatuen vor 20 Jahren schonmal in Scherben gelegen; jetzt sei alles dahin, was sie hier aufgebaut haben. Es waren zwei florierende, extrem gut besuchte Restaurants wie in Tausenundeiner Nacht, sehr lecker, sehr orientalisch incl. dieser Schmeicheleien. Einmal kam die Miete nicht pünktlich (10:000 €); Grund genug für die Kündigung. Afghanisch Kochen to go hat nicht gereicht, um solche Summen einzufahren. Als ich letztes Mal vom Haikukreis kam war dort noch alles voll belegt. Was für ein Verlust für München!
das Bamjam: ich habe vor einiger Zeit entweder darüber etwas gelesen oder es kam im Bayerischen Fernsehen: Es ist wirklich dramatisch, welche persönliche Tragödie mit der Schließung verbunden ist.Ich wollte es Dir gleich erzählen, weil wir da ja auch einmal zusammen waren! Hab ich wohl nicht gemacht. So ein tolles Frisiersalonerlebnis mit schönem Resultat!
Ich kenne das Lokal nicht. Schrecklich was diesen Menschen alles widerfährt. 10.000,00 € Miete so eine Unverschämtheit.
Ihr macht es spannend, was den Termin betrifft. Wieso MUSSTE der Zopf eigentlich ab? Sehr traurig mit dem Bamyan, wobei ich nicht verstehe, was die Lage in Afghanistan damit zu tun hat.
Die Lage in Afghanistan hat v.a. seelisch damit zu tun, wie ich mir zusammenreime: Zur ganzen Corona-Erschöpfung, der materiell belastenden und bedrohlichen Lage kommt der Schmerz, die Sorge, das Leid, die Trauer (und das Kümmern) um all diejenigen, die dort im Land sind an Familie, Freunden…Das hat vermutlich auch energetisch den Hahn vollends abgedreht, sind sind – abgesehen von der Kündigung (es waren zwei Lokale) – vollkommen am Boden.