21-10-02-CoTaBu-Zeitfresser Digitalität, antiallergene Katze + Borschtsch bei Alexandra
Nach fünf Hautarztpraxen (bitte nutzen Sie Online-Anmeldung; Angaben abschicken; KEIN Häkchen, keine Bestätigung; nochmal; oder Anruf: Leider sind alle unsere Leitungen…. Oder: Wie sind Sie versichert? Da haben wir erst im Dezember einen Termin oder: Aufnahmestopp) endlich doch Termin ergattert. Im Gesicht eine Stelle, die einfach nicht vergeht. Beispiel Bank of Scotland: Dokument Namensänderung hingemailt. Antwort: Bitte um Ausweis. (Vorläufigen Ausweis habe ich am Dienstag bekommen). Antwort: Jetzt noch dieses Dokument ausfüllen. Drei Vorgänge. So war mein Frei-Tag schnell um. Zwischendurch mit Michael an einer Karte gebastelt, viel zu wenig Zeit dafür. Am Friedhof zufällig Beate getroffen, sehr still miteinander am Grab gesessen. Es ging mir gut, so konnte ich abends zu Alexandra, deren Tochter gerade hingebungsvolle Gastgeberin einer langhaarigen Wuschelkatze ist. Ich habe ihre 14-Jährigkeit bewusst wahrgenommen. Erfahren, dass es heutzutage antiallergene Katzen gibt. Mein neuer Familienstand fand gebührlich Raum, Alexandra wusste noch nichts. Ariane hatte intuitiv irgendwann nachgefragt. Den ganzen Abend saß ich auf einem – wie alles bei Alexandra – schicken, aber unbequemen Stuhl. Nie spüre ich meine Dimensionen überdeutlicher, als wenn ich, gemäß unserer vierundzwanzigjährigen Sitzordnung, neben Ines sitze und buchstäblich das Doppelte bin. Neben den anderen Beiden wäre es nicht anders. Nicht nur in diesen Momenten steigt in mir der heiße Wunsch auf, zu „normalen“ Formen zurück zu finden. Habe ich nicht immer schon gelitten wegen zuviel, auch als ich war wie die anderen? Im Moment habe ich eine Schallgrenze überschritten – nach Intervallerfolgen am Jahresanfang – und fühle mich durchgehend unwohl. Klar lümmelt es sich so am besten zu Hause herum. Ich möchte schlank sein, aber am Essen und meinen Gewohnheiten nichts ändern. Würde „alles dafür geben“, gebe in Wirklichkeit nichts. Bei Alexandra die gewohnt vertrauten Gespräche, dazu herrlichster Borschtsch aus wunderschönem Schmortopf und das Bewusstsein für das Glück, Teil dieser gewachsenen Runde zu sein. Ines und ich mit Blick auf neue Bildermeile aus der Artothek; dass es sowas gibt habe ich gestern erfahren.
Ich hatte auch den geheimen Wunsch, mich etwas gemütlicher hinzuflätzen, hatte auch etwas Bauchweh und Blähungen. Die Stelle im Gesicht ist mir aufgefallen, konntest du bei Dr Geißendörfer (oder ähnlicher Name) in der Renatastraße keinen Termin bekommen?
Privatversichert müsste man sein. Da gibt’s Termine ohne lange Wartezeiten. Namensänderung in digitalen Zeiten, ein Witz.
Es war sehr schön, Dich auf dem Friedhof getroffen zuhaben und in Stille nebeneinander neben Simons Grab zu sitzen. Die Antiallergenen Katzen scheinen inflationär der Hit zu sein (vgl. Möpse ???). Drei Familien in unserem Haus haben je ein antlallergenes Katzenpaar