21-10-07-Gewaltiges Donnerwetter mit entsprechendem Kater

Zu Ines: Ein Machtwort liegt nicht in Gregors Repertoire. Dass er diese Rollenverteilung zugelassen und zementiert hat, der allein von allen Geliebte zu sein – wie ich es ihm seit zehn Jahren predige – der gute Vater, Christine die böse Hexenmutter, krankt umsomehr, als er gerade schwächelt (und nicht da ist). Heute platzte die Bombe. Als mir Christine gleich morgens wieder ins Wort fiel und dagegen redete, ging ich hoch wie eine Rakete. Sie habe Recht wie immer und in jeder Situation. Sie solle mir das Wort abschneiden, wie ich es nicht anders kenne, wenn sie sich für unfehlbar halte. Eigentlich weiß ich gar nicht mehr, was ich vom Stapel gelassen habe, einigermaßen lautstark; sie stand wie gelähmt in meinem Türrahmen, hörte tatsächlich zu, weinte. Nach einer halben Stunde oder Stunde (???) war ich selber fix und fertig. Um 11:00 ein Termin – natürlich habe ich umgeschaltet…mit einer „frühgestörten“ Patientin, die nicht darüber hinwegkommt, wie ein Arzt ihr die Schuld an ihrer Erkrankung gegeben habe; sichtlich fruchtbarer Boden, auf den das gefallen war. – Christine und ich beide am Boden zerstört – sie fand, ich hätte alles in die Tonne getreten, was uns die Jahre „verbunden“ hätte und verstand nicht, wieso ich jetzt damit ankäme und nicht gleich sage, wenn etwas nicht passt, nachdem sie die letzten Wochen mindestens einmal täglich in vermeintlich guten Gesprächen bei mir gesessen hätte. Tagsüber haben wir das Sachliche sachlich behandelt; abends kam sie nochmal. Sie sieht meinen Auftritt kritisch, aber es war für mich besser als heute früh und allemal besser als gestern Abend. Was mich stutzig macht: sie beschreibt, wie Kolleginnen zu ihr kommen und sich anvertrauen oder über irgendwen beschweren. Mir gegenüber klingt es eher so, als meide jede Einzelne ihre Gegenwart. Sie legte mir auch die Schwierigkeit dar, Gregor zu vertreten. Er mache nicht die besten Übergaben. Sie sprach nicht direkt aus, wie es ist, neben dem Halbgott die Böse fürs Grobe zu sein.

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5 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Es war ein lauter, recht langanhaltender Ausbruch. Ich war erstaunt dass sich deine Tür erst ziemlich zum Ende geschlossen hat. Da zeigte sich wie dich die Geschichte mit C. beschäftigte und du, was sehr ungewöhnlich für dich ist, alle Diskretion fahren ließest. Es gibt sicher KollegInnen die sich ihr anvertrauen, genauso gibt es welche, die nicht mit ihr können. So war es zu meiner Zeit. Die Seite der „Bösen“ habe ich so auch noch nicht gesehen.

  2. Beate sagt:

    Da hat es wohl mächtig geknallt. aber es hatte sich davor auch viel angestaut. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie in einer Rolle war, die für sie auch nicht so bekömmlich war. Was da wohl los ist, wenn sie Dich nicht ausreden lässt? Keine gute Kinderstube …

  3. Ines sagt:

    Es musste so kommen, dass es aus dir herausbrach, zu viel hat sich angestaut. Dass sie aus allen Wolken fällt, zeigt, dass sie wenig sensibel für Stimmungen ist. Die Luft ist jetzt wieder klarer. Das mit dem Machtwort kam übrigens nicht von mir, sondern von Beate.

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