Alte Freundin, Besuch von Maja, Sorge um Eltern
Gerade ist Maja zu Tür hinaus gegangen. Ihr ist die Abendverabredung abgesagt worden und sie hatte Lust mich zu treffen. Es traf sich gut, da ich eh gerade etwas kochen wollte und Hubert heute auf einer Abschiedsfeier von der Arbeit aus ist. So haben wir zusammen gegessen (Kürbis gefüllt mit Grünkohl, Tomate und Feta im Ofen) und uns danach auf dem Sofa liegend und Tee trinkend über unsere Leben ausgetauscht. Das war mal wieder nötig, da wir selten so exklusiv füreinander Zeit haben. Der Tag war auch ansonsten schön. Ich genieße es sehr, durch München zu radeln bei dem bombig schönen Herbstwetter. So war ich Morgens beim Yoga und später noch mal los zur Stadtbibliothek. Bei der Sparkasse traf ich eine frühere Freundin, die sich nach der Trennung von Sören auf seine Seite geschlagen hat. Sie sah fürchterlich aus und fing dann auch noch auf dem Gehweg an zu weinen, weil sie so einsam ist und die Begegnung mit mir irgendwas in ihr ausgelöst hat. Wir haben Telefonnummern getauscht, aber ich werde die Freundschaft, die immer sehr ungleich war, nicht wieder aufnehmen, wenngleich sie mir sehr Leid tut. Von Sören weiß ich, dass sie letztes Jahr eine Psychose hatte und länger in der Psychiatrie war. Sie hat keinen Partner, keinen Job, kein Geld und einen 17 jährigen Sohn, der sich nichts mehr von ihr sagen lässt. Zudem psychisch immer auf der Kippe und sehr bedürftig. Nach der Bibliothek, wo ich mir nur Bücher über das Intervallfasten ausgeliehen habe, um mich weiter zu motivieren, hab ich es endlich geschafft, mal meine sämtlichen Schuhe zu putzen, was ich ewig schon vor mir hergeschoben hab. Telefonat mit Bielefeld hat wieder Sorgen hinterlassen. Meine Mutter hat eine offene Stelle am Steißbein und kann nicht ohne Schmerzen sitzen, wird jetzt im Bett regelmäßig gedreht. Und mein Vater wird im Dezember am Knie operiert und fällt dann eine Zeitlang aus wegen Krankenhaus und Reha. Am 15.11. wird meine Mutter 85 Jahre. Ich hätte letztes Jahr nicht gedacht, dass sie den Geburtstag noch erlebt.
Mir war nie bewusst, dass deine Mutter amselben Tag wie Jakob und Gregor Geburtstag hat! Ein Dekubitus ist eine der gefürchteten Nebenwirkungen der Bettlägerigkeit oder des Rollstuhldaseins. Sorgen über Sorgen! Auch noch übers Fasten lesen?! Auwei. Und: Eine der Nebenwirkungen des Zusammenlebens scheint zu sein, dass man kaum mehr ungestört ist. Könnte das verschönerte Zimmer diesem Begleitumstand abhelfen?
Schön so ein Mutter-Tochter Abend. Deine Mutter tut mir sehr leid, jetzt auch noch einen Dekubitus.
Die Begegnung mit der Freundin von früher war sicher belastend. Auf der einen Seite kann sie Dir leid tun, das ist aber keinesfalls ein Grund, wieder Kontakt aufzunehmen. Eigenartig, dass sie sich Dir gegenüber so geöffnet hat und zu weinen anfing