Innere Unruhe, alte Zeiten und der Dreh im Jüdischen Museum
In den letzten Tagen war ich von einer inneren Unruhe getrieben. Vielleicht fing es mit einem gemeinsamen Spaziergang mit Susi über die Gräber in Penzberg an: Das Grab meiner Eltern hatte die Gärtnerin sehr schön bepflanzt, was mich sehr freute, denn sie weiß, dass ich es sehr selten besuche. Susi und ich sprachen darüber, wieviel Einsamkeit zwischen denen, die da jetzt zusammenliegen, zu Lebzeiten bestand. Im Grab ihres Schwiegervaters liegen jetzt die erste und die zweite Frau. An die erste Frau erinnere ich mich noch gut, sie war ein unglaublich lieber Mensch und ich war damals, als 16jährige, überzeugt, dass sie deshalb so früh an ihrem Krebsleiden sterben musste, weil sie keine Stacheln angesetzt hatte, um sich gegen ihren Mann und die drei Söhne zu wehren. Im nächsten Grab lagen ihre beiden Eltern. Der Vater hatte Susis Mutter wegen einer anderen Frau verlassen. Erst kurz vor ihrem Tod ließ Susis Mutter bei der zweiten Frau anfragen, ob sie im Grab ihres Mannes beerdigt werden darf. Auch die Gespräche, die wir bei unserem gemeinsamen Spaziergang führten, wühlten alte Wunden auf und nicht zuletzt kam uns ein Mann mit seinem Sohn entgegen, zusammen mit zwei Schnauzern, die kläffend daneben herliefen. Es war der Typ, der mir mein Elternhaus abgekauft hat.
Gestern dann der Drehtermin im Jüdischen Museum. Es lief alles glatt und leicht. Die Techniker und die Mitarbeiterin des Museums waren voller Bewunderung für die Kunst von Rainer. Danach kam er noch zu mir und wir saßen lange zusammen und redeten über die Penzberger Zeiten.
Bindungen und Verbindungen, die geklappt oder nie geklappt haben, die gelöst wurden, die im Sterben und im Tod sich nochmal neu anordnen; Beziehungsstress bis zuletzt und wo gehöre ich hin, wenn ich getrennt wurde oder mich getrennt habe? Manche jahrzehntelang geschiedenen Paare sind am Ende füreinander da.