21-11-12-CoTaBu-Wieder ein Aufreger, Geburtstagsvorbereitung + Totenglöckchen
Wieder um 5:00 aufgewacht, „letzte Gedichte“ gelesen. In Gedanken bei Ines. Mittags wird das Totenglöckchen für ihre Mutter läuten, die Familie sich zum letzten Geleit in Bewegung setzen. Wenn ich es mir vor Augen führe ergreift mich feierliche Anteilnahme, triggert aber auch. So ist das. Gottlob oder hoffentlich werden Ordnungshüter momentan nicht übers Ziel hinausschießen. – Gregor wollte heute auf Wanderschaft gehen. Gestern mittag mit Schüttelfrost heimgegangen. – Wieder hatte er jemandem (der Vergolderin), als ich krank war, einen Platz zugesagt für einen Schwiegervater, der nicht die Indikation hat. Konkret für Montag. Das versuche ich jetzt abzubiegen. Solche Anfragen muss ich jeden Tag umleiten! Das hat mich gestern den letzten Nerv gekostet. Am Montag rede ich mit der Familie weiter; gestern schon mit Heim; mit Dasein (Harald), mit Sohn (insgesamt Stunden). Gregor war einfach nur „nett“ und hat ja gesagt. Nichts über Indikation; das Risiko, nicht bei uns bleiben zu können; die Notwendigkeits-Bescheinigung. Er fragt auch nicht nach! Ganz zu schweigen vom Thema Gerechtigkeit, wie ich eigentlich dem nächsten beibringe, wenn wir nein sagen müssen. Was, wenn jemand aus unseren Reihen jemand Vergleichbares bei uns unterbringen will? Wir könnten das Haus augenblicklich mit Patienten füllen nach Schlaganfall, Herzinfarkt usw.! – Abends, nach diesen nervenzerfetzenden Telefonaten, schwebte eine zauberhafte Mondsichel im Nebel. Auch mir begegneten Martins-Kinder, etwas mager ohne Omas und Opas, der Gesang dünn. Sofort packt mich die Erinnerung an die Jahre der Trauer und Depression: wie ich neben Petra Häring, meinem Fels, in jedwedem Zustand im Nebel hergehen konnte. Wie Simon innerhalb der Familie der Buddha war, der alles trug, war es im Außen-Alltag Petra. – Nachher frühstücken wir mit Jakob im Ruffini. Vielleicht weiß ich nachher, ob und welche Rolle uns am Montag zukommt. Sein 30. ist Ines` Mutters 85. Geburtstag. Der liebe Gott hat sie gerade noch rechtzeitig aus ihrem Körper befreit!
Was Du mit Gregor erlebst, kenne ich auch: Ich sitze an einem Konzept, redigiere einen Text und erfahre kurze Zeit später, dass sich noch ein Anderer darüber hergemacht hat- das ist auch ärgerlich und frustrierend. Bei Euch sind aber da noch die Menschen, die in Not sind und enttäuscht, wenn sie dann doch abgewiesen werden
Auch ich war heute in Gedanken immer wieder bei Ines. Herr Linnemanns Aufnahmepolitik, deine Mehrarbeit. Das scheint sich nicht mehr zu ändern.