Pfänder im Nebel, Berlingeschichten
gestern Abend saßen wir lange in Uwe und Birgits Zimmer zusammen und tranken Rotwein. Ich fragte Birgit nach Freya Klier. Diese ist eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung in der DDR, ich habe sie auf einem Symposion der Landeszentrale kennengelernt, auch ist sie mir als Freundin meines Lieblingsprofessors in Berlin schon lange bekannt gewesen. Birgit meinte, sie sei in großer Sorge um sie, sie sei gerade auf dem Weg zu einer Buchvorstellung gewesen, als sie mehrere Schlaganfälle hintereinander bekam, von denen sie sich wahrscheinlich nie wieder ganz erholen wird. Heute morgen dann also Aufbruch zum Pfänder. Der Nebel war so dick, dass man kaum die Hand vor den Augen sah. Nur Wahnsinnige aus Berlin haben so was vor und ich mittendrin. was soll ich sagen? Das Wetter wurde nicht besser und ich wunderte mich, dass wir die Schlupflöcher fanden, die den Weg fortsetzten. Viel später als gedacht kamen wir wieder in Lindau an und ich setzte mich gleich ins Auto, um heim zu fahren. Die Tage in Lindau waren wie erhofft eine Auszeit.im nächsten Jahr werde ich ab und an mal Hanjost ersetzen. Er wird im Januar Vater, freut sich sehr auf sein Kind. Er hatte in den letzten Tagen aber auch dauernd Sorgen wegen seiner Eltern, die nicht so richtig gesund sind, meinte er. Er hat also die Freuden und Sorgen, die schon lange hinter mir liegen.
Das liest sich für mich wie ein Albtraum aus fremden Namen, fernen Zeiten, Schlaganfällen, orientierungslos im Nebel durcheinanderwirbelnd, ich weiß nicht wo oben unten hinten vorne ist und bin froh, aufzuwachen.
So ist das halt mit Arbeitskollegen: Ich komme mit den Deinen außer Gregor, mit dem Du ja befreundet bist, auch durcheinander. Der Nebel war in der Tat wie ein Albtraum. Jetzt bin ich wieder in München und die Berliner arbeiten in Lindau weiter.
Das hast du recht!!! Die will ich auch nicht alle erläutern…, kann für niemanden von Interesse sein. Wir schreiben so halb für uns selber, aber eben interaktiv. Nebel taucht alles wie in Traum.