21-12-02-CoTaBu-Nachtrag zum Tyrannnen + Coronaschwachsinnige

Heute um 4:30 aufgewacht. Ich bin balla von Corona, mein Gesicht angespannt; oft weiß ich keine fünf Minuten mehr, wie gerade die Bestimmungen sind. – Nachtrag zur Tyrannengeschichte. Der behandelnde Arzt, mit dem ich gestern telefonierte, hat inzwischen auf Hausbesuch das Klima gespürt und direkt angesprochen bis zum psychiatrisierten Sohn. Was der Arzt machte, war so gewagt wie genial. Er erlaubte sich zu sagen, Krankheit sei kein Freischein für Schikane und, dass auch er wegen Depression jahrelang in Behandlung und sogar in der Psychiatrie war. Diese Offenheit (eines Außenstehenden) kam der Familie zugute. – Gestern eine Aufnahme. Größtes Unglück: Frau und die Familie des einzigen Sohnes sind gerade in Quarantäne. Die Sohnfamilie ungeimpft coronakrank, die alte Ehefrau „nur“ positiv. Der Sohn „dachte, wir sind gesund“ (das beliebte Argument), jetzt wollte er, kriegt aber erst im Februar einen Impftermin. Die Ehefrau geimpft, aber positiv, zuletzt negativ, kam aber an kein grünes Licht heran. Nun riss ich mir vorgestern telefonisch den Arsch auf, um die Ehefrau zu einem weiteren PCR-Test zu bewegen, ihr alles Mögliche aufzuzeigen, wie sie wohin kommen könnte, dafür zu sorgen, dass das Ergebnis bei uns landet, damit sie reinkann. Unterdessen zeigte sich, dass die Familie auch unbedarft im Bezug auf den Zustand des Patienten ist, hatte noch nie mit „sowas“ zu tun. Überhaupt scheint die ganze Familie einen IQ von 60 kaum zu überschreiten. Ich habe zuletzt zart gefragt, ob sie aber schon wussten, dass es einen Tod gibt. Der Mann seit sechs Jahren krebskrank! Letztlich klappte alles. Der Test kam. Ich rufe die Frau an, um ihr grünes Licht zu geben. Statt des erwarteten Freudensprungs: Ja, heute kann sie nicht, sie hat gerade Wäsche in der Waschmaschine. Ich habe ihr ein wenig zugesetzt, sodass sie sich doch aufraffte. Das erste, was sie sagte: morgen komm ich aber nicht. Am Ende dämmerte uns, wer sie zum Test gefahren hat, nachdem ich mit ihr die Route besprochen und Sonja eine Bestätigung geschrieben hatte, dass sie den Test für Besuch im Hospiz braucht: Die Schwiegertochter, die eigentlich in Quarantäne ist. Dummheit? Impertinenz? Haben wir eine blinde Masse, die macht, was sie will und nichtmal kapiert, was sie tut? Man musste ein altes, tattriges Mütterchen erwarten. Stattdessen erschien eine frisch gefärbte, gut im Saft stehende ältere Frau ohne sichtbare Einschränkungen. Tagelang war mir schier das Herz gebrochen, dass die Familie nicht zueinander durfte.

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3 Antworten

  1. Ines sagt:

    So wichtig scheint die Ehefrau es nicht zu haben ihren Mann zu besuchen. Wäsche in der Waschmaschine!, das kann man gar nicht glauben. Und der Umgang mit Corona ist ebenfalls unfassbar.

  2. Renate sagt:

    Wie mich diese Dummheit ankotzt. In Quarantäne und fährt die Schwiegermutter zum testen. Wie umgehen mit solchen Leuten? Dann noch die täglich sich verändernden Corona-Bestimmungen, dass du da am Rad drehst, kein Wunder. Was bin ich froh diesem Wahnsinn entgangen zu sein.

  3. Beate sagt:

    es ist in der Tat der reine Schwachsinn, wie sich diese Leute verhalten. Und das Schlimmste ist: So viele Leute verhalten sich ähnlich, ignorieren, was geboten ist. Dazu kommen noch die Bestimmungen, bei denen man kaum durchblickt. Ich bin dann doch froh, nicht mehr im GP zu arbeiten….

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