21-12-04-CoTaBu-Nina`s Wahnsinn, Backfieber bei Sprühregen + Nachfolge
Aus einem Spaziergang wurde nichts, keine Lust bei Sprühregen. So trieb es mich schon morgens in die Küche, ich habe da richtig Lust dazu. Nicht die 36 Sorten, die Marlen Haushofers Mutter unter Vorwurfs- und Leidensgebärde gebacken haben soll, sondern nur wenig und das, was schmeckt. Heute hat mir die Gärtnerin geschrieben. Gestern herbe Enttäuschung, das Grab gänzlich abgeräumt, nichts gerichtet; die anderen beiden Gräber verwildert wie vorher. Sie ist krank, alle bei ihr sind es; sie erklärt es und entschuldigt sich. Schon sieht die Sache anders aus, wenn man bescheid weiß, auch wenn ich schlecht aushalte, das Grab so desolat zu wissen. – Gestern abend habe ich Mireille Matthieu angeguckt, herrlich! Und ganz spät Etliches zu Nina Hagen. Beate schrieb, ob die sich nichtmal zusammenreißen kann. Wenn man ihr Leben auf Wikipedia liest, steht da zwar keine psychiatrische Diagnose, aber diese ließe sich anhand der Evidenzen ableiten. Da ist nichts mit Zusammenreißen. Wäre sie nicht die exzentrische, einzigartige Künstlerin, die sich inszeniert wie sie es tut, hätte sie nicht diese Blitzableiter, über die sie auf den Bühnen der Welt ihre überschüssigen Anwandlungen ablassen könnte, säße sie vielleicht in der Psychiatrie. – Ob ich jetzt mal was anderes anfange, als übers Backen nachzudenken? Ich bin ganz unkonzentriert auf andere Dinge, mit denen ich mich sonst beschäftige. – Heute Abend treffe ich Anna, meine Nachfolgerin in Spe. Ich bin etwas müde von den Spannungen; vielleicht wecken sie mich momentan so früh? Mir scheint, ich höre auf, wie ich angefangen habe – das unausgegorene, konflikthafte Konstrukt, die Unverträglichkeiten der Trägerinstitutionen treten wieder stärker ins Licht. Sie wurden und werden auf meinem Rücken ausgetragen, ohne dass ich selber dazu in Erscheinung treten muss.
Mit der Theorie zu Nina Hagen könntest du Recht haben. Ich bewundere es, wenn man diese Lust und Energie aufbringt etwas zu backen oder etwas anderes mit den Händen zu machen. Obwohl ich weiß, dass es mir theoretisch und in der Vergangenheit bei den wenigen Malen immer Spaß gemacht hat, kann ich mich 0,0 dazu aufraffen. Vielleicht mit einem Enkelkind, wenn es denn soweit ist.
Im Backen bist Du Meisterin! ich fange erst gar nicht damit an, es ist auch sehr mühsam, wenn man darin so talentfrei ist wie ich. Über Nina Hagen ärgere ich mich immer noch. Ich habe sie in Berlin ein paar Mal in Clubs und Cafés erlebt, in die sie spontan kam. Es war lustig und unterhaltsam, sie war ne Marke. Diese Artikel in der Berliner Zeitung, SZ u. ä. sind ja nicht nur auf ihrem Mist gewachsen. Da spielt doch die Häme der Journaille eine Rolle und sie sonnt sich damit.
Wenn ich an Nina Hagen denke, landen die Ufos mit den Außerirdischen. Strange die Frau. Deine Plätzchen ein Traum.