Jammern geht nicht

Mit Mama telefoniert. Ich kann mit ihrer Jammerei ganz schlecht umgehen. Muss mich sehr zusammenreißen, um sie nicht zu korrigieren oder ihr zu sagen, dass sie z.B. nach der Impfung kein Fieber hatte. Wie schwierig das ist zu sagen: das war wirklich schlimm und gut, dass es bald vorbei war. Es ist so schwer weil meine Mutter nie gejammert hat und inzwischen bei jedem Telefonat oder Besuch irgendwas zwickt oder wehtut. Dazu diese Grabesstimme, die mich dermaßen nervt. Ich weiß es ist alles der Demenz geschuldet, trotzdem… Linda kam mit Emilia und ich habe ein paar kleine Schokokugeln und einen kleinen Nikolaus vom Fenster aus auf die Wiese geworfen. Emilia fand das toll. Der Nieselregen ließ eine längere Unterhaltung nicht zu. Nachmittag kamen die Kopfschmerzen wieder, aber ich will nicht jammern.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Gemein, dass Kopfweh zurückkam! Ich finde Verhaltensanweisungen gegenüber dementiell Erkrankten schwierig. Im Marienstift sagen sie, wenn die Herrschaften abreisen wollen: dass noch vorbereitet werden muss, dass die Verwaltung gerade nicht da ist…Er kann nicht anders als ihr erklären, dass es kein anderes Zuhause mehr gibt. Ich würde platzen, wenn ich nie widersprechen und mich immer verstellen müsste.

  2. Beate sagt:

    Du bist ganz schön tapfer, bei diesem Bewegungsdrang, den wir von Dir kennen, nicht zu jammern! und dann noch die immer wiederkehrenden Kopfweh. dass Deine Mutter jammert, verstehe ich allerdings sehr gut. Sie spürt, dass sie ihre Kraft verliert und befürchtet, dass es eben nicht mehr gut weitergehen wird

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