Bald ist es vorbei…
Telefonat mit Mama gestern. Rechtzeitig am frühen Abend, bevor sie ins Bett ging. Interessant dass sie, obwohl eine der Frauen bei ihr wohnt, immer sagt: ich gehe so früh ins Bett, denn was soll ich denn so alleine. Darüber heute mit Eva gesprochen und wir sind darauf gekommen, dass sie sich nur mit uns nicht alleine fühlt. Da gibt es Geschichte, Bindung und Beziehung. Dazu hat Mama ein Gefühl, mit dem Verstand kann sie es nicht mehr erfassen. Ich habe geträumt, dass Mama Eva nicht mehr erkannt hat. Davor haben Eva und ich Angst wenn das eintritt. Am Freitag Vormittag Termin bei meiner Hausärztin zum testen. Irgendwie fühlt es sich seltsam an wenn ich daran denke, bald wieder unter Menschen zu sein, wie ein kleiner Abschied. Erst jetzt fällt mir auf dass im Wort Abgeschiedenheit der Abschied steckt. Auch das versorgt werden, dass ich seit Jahrzehnten nicht mehr kannte, tat mir gut. So hat diese Zeit mir gezeigt wie ich mich auf neue Situationen einlassen kann.
Diese Quarantäne ist für dich wie eine Zeit der Klausur, eine Auszeit vom normalen Leben, Zeit für Selbsterfahrung und -reflektion. Das Ende dieses Ausnahmezustands und Wiedereintritt in das reguläre Leben steht bevor. Vielleicht sollten wir alle mal zwischendurch ein paar Tage Quarantäne üben.
Dass du die Quarantäne auf diese Weise bewusst erlebst und sogar schätzen kannst ist etwas Besonderes, ich habe es so noch von niemandem gehört. Ja Alleinsein heißt, nur von Fremden umgeben zu sein, sie können sogar „irgendwie“ vertraut sein. Das kann ich gut nachvollziehen. Dass deine Mutter euch nicht mehr kennt, das kann kommen, muss aber nicht; naja, das weißt du selber.
jeder Zustand, so auch die Quarantäne, hat doch nicht nur ein Gesicht. Schön, Deine Erzählungen, wie Du vom Balkon aus mit Deinem Besuch geredet hast und we Du die Tage gestaltet hast. Und wir durften im Blog teilhaben! ich rate mal, was Du bald machen wirst: Spazieren, wandern, radeln, frische Luft