Erster Arbeitstag, mit 88 Jahren und mit 102
Andreas, ein Kollege hat mir vom Balkon einer Patientin aus gerufen und mir die Eingangstür zum Hospiz geöffnet. Meinen Schlüssel hat Sonja für mich im Büro hinterlegt. Sehr langes und intensives Gespräch mit Andreas, ohne Störung durch das Telefon. Überhaupt war es sehr ruhig. Wie gut dass Heike da war. Meine Schwester kam mit Mama, die heute 88 Jahre alt geworden ist, um mich abzuholen. Wir haben Geburtstag und Sylvies Abschied gefeiert. Sylvie hat den Tisch schön gedeckt, herrlichen Kuchen gebacken und sich sehr über unsere Geschenke gefreut. Der Bruder meiner Mutter kam, um zu gratulieren. Der jüngste Bruder meiner Mutter rief an. Meine Kinder riefen an. Das Micha mein Sohn ist wußte sie nicht mehr, zu Sylvie sagte sie: wie heißen sie. Von Christina aus unserer früheren Clique bekam ich heute Post. Ihre Mutter ist 102 Jahre alt geworden. Das wünschen wir unserer Mutter und uns nicht. Der Abschied von Sylvie war sehr herzlich und wir bedauern es wirklich sehr, werden jedoch Kontakt halten. Eva und ich fahren auf jeden Fall einmal nach Prag, um Sylvie zu treffen. Ich war bereits zweimal in dieser Stadt, die mir in guter Erinnerung ist.
Dass deine Mutter noch zwei lebende Brüder hat, überrascht mich. Ich dachte, sie wäre die Letzte aus ihrer Generation. Und dass ihr Sylvie so feierlich verabschiedet habt, zeugt von viel Wertschätzung trotz des Konflikts über Impfen. So geht’s auch.
Ich stimme Ines zu bzgl. der Wertschätzung. Ganz besonders! Deine Mutter saß im Auto wie eine Diva! Ihre Gestik mondän, auch ihre herzliche Zuwendung…wüsste ich es von dir nicht besser, würde ich mich erkannt gefühlt haben. Sie sah strahlend aus und die Jacke, die sie anhatte, wirkte an ihr wie ein eleganter Pelz.
Ich stimme bzgl. der Wertschätzung auch sehr gerne zu. Schließlich wäre sie mit Euerer Mutter ein gutes Team gewesen. Der 88. Geburtstag- da ist es schon in Ordnung, wenn die Vergesslichkeit sichtbar wird. Bei mir gehts jetzt schon los.