21-12-16-CoTaBu-2. Gruppenabend: Fakten treffen auf Intuition + Corona

Gestern war Gruppe für die andere Hälfte der Ehrenamtlichen. Da Winni vorgestern vergeblich geklingelt hatte und durchgefroren nach Hause gefahren war, waren wir am Dienstag zu fünft, gestern zu acht. Jeweils mit Totengedenken, Punsch und Plätzchen von mir. Die Gespräche – wie immer – gänzlich anders als mit der Vergleichsgruppe. Während meine eigentliche „Lieblingsgruppe“ vom Dienstag leider diesmal von meiner wenig geschätzten Schwätzerin versaut war mit diesem tödlichen Kommentar „wie wird das alles toll werden, wenn es mein Herz befiehlt“ war es gestern intuitiver, innerlicher. Helga, die mir meinen Zopf abgeschnitten hatte, war zwar traurig, aber sie habe schon beim Zopfabschneiden „so etwas gespürt“, ist ohnehin im Wesen optimistisch. Birgitta, im Hospiz neu, aber in meinem Leben seit Simons Kindergartenzeit, habe beim Novalisgedicht auf der Hochzeitskarte auch schon „so ein Gefühl angeflogen“ und es sogar ihrem einen Sohn mitgeteilt. Andere waren etwas zerschmettert, wollten auch gehen oder trugen es gleichmütig, wenn auch nicht gleichgültig. Ich habe gesagt, ich habe nichts vor, schon gar nichts Großartiges. Aber wer weiß, was mein Unbewusstes, mein HÖHERES SELBST weiß!? Das hat mir gefallen. Schrecklich ist: wie es uns mit Corona geht, was auch an den Ehrenamtlichen abgeladen wird. Cornelia erzählte mir auf der Heimfahrt, A. habe vor Längerem zu ihr gesagt, statt Impfung gehe sie eher am HBF Männerklos putzen. Beim Punschwärmen geriet ich in die Brotzeit des Spätdienstes. E. fragte mich, ob ich glaubte, dass Herrn Linnemanns Sammelbrief an die Regierung was brächte. F., der „intuitiv“ gegen die Impfung für sich und Familie ist, was neuerdings als Definition für Dummheit herhalten muss (Dummheit= Intuition, „Gefühl“ über Fakten stellen) gehört ausdrücklich zu den öffentlich Diskriminierten. M., die monatelang in der Psychiatrie war, saß stumm dabei. Gregor hatte Nachtdienst und verließ die Übergabe, damit ich ihn hinterher noch ins Bild setze, wie es gelaufen ist.

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Ich habe nicht mitbekommen, was in Gregors Sammelbrief an die Regierung steht. Es ist schon erstaunlich, wie viele Mitarbeiter im Hospiz die Impfung ablehnen. Das ist in meinem beruflichem (und privatem) Umfeld ganz anders. Hier sind alle geimpft und geboostert und total froh darüber. Respektvolles Umgehen sollte trotzdem oberstes Gebot sein.

  2. Beate sagt:

    ich kann mir nur vorstellen, dass alle Ehrenamtlichen, von denen Du schreibst, wohlüberlebt und aus tiefer Überzeugung gegen die Impfung sind. Davor sollte man doch Respekt haben. Wenn ich Politiker reden höre, gibt es die harmlosen und die gefährlichen Impfverweigerer. Und beiden mangele es daran, der Allgemeinheit zuliebe den Egoismus fallen zu lassen. Es ist ein echtes Dilemma

  3. Renate sagt:

    Jetzt wissen es also alle Ehrenamtlichen. Die Reaktionen waren gemischt und einige hatten so eine Ahnung. Wahnsinn wie Corona das Team spaltet und welche krassen Aussagen gemacht werden.

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