21-12-17-CoTaBu- 20%, unerträgliche Diskriminierung + Wellness im Hospiz
Einen falschen Eindruck revidiere ich. Es sind nicht viele Ungeimpfte im Hospiz. Der Anteil entspricht etwa dem der Gesamtgesellschaft, ca. 20%. Dass wir Leute verlieren? Nicht alles Ungeimpfte, sondern wie beschrieben aus anderen Corona bedingten Umständen. Unsere selbsterfahrungsentgleiste Demonstrantin ist geimpft, geht aber gegen den Umgang mit Ungeimpften und Impfpflicht auf die Straße. Ich gestehe, dass ich mich zwar nötigenfalls boostern lasse bis ans Ende aller Tage, dieser wahnsinnigen Diskriminierung Ungeimpfter aber auch nicht mehr lange widerspruchlos zusehen kann. – Gestern habe ich die reizend hyperaktiv zappelnde und zuckende (erwachsene) Tochter einer Patientin getestet. (Wie sie mich an Viviana Percovic aus Kulturzeit erinnert hat, die es ja auch wie unter Stromstößen beutelt!). Ihre Mutter wird über Weihnachten nach Hause gehen, fragte mich, wie sie ihre halbjährlichen Glaukomvorsorgeuntersuchungen organisieren könne, saß an ihrem kleinen Schreibtisch: sie fühle sich überhaupt nicht krank. Ich dagegen fragte, wie es ihr dann damit gehe, bei uns zu sein. Ob die Leute wissen, was dieser Spaß kostet? Ob Karla aus der Palli Großhadern, die mir so jemanden unbedingt hospizwürdig redet, sich irgendetwas denkt angesichts unserer Warteliste und derer, die wirklich warten, nicht in einem Betreuten Wohnen auf das Servieren des Tees warten können. Zugegeben, diese Frau ist todkrank und soll zu Hause in Panik und Depression untergegangen sein. Aber wenn sich jemand nichtmal krank fühlt! Natürlich überglücklich bei uns…Am Schluss sagte sie: Aber rauschmeißen tun Sie mich nicht? Ich hab mich lachend umgedreht und gesagt: Schauma mal. Das allerdings plagt jetzt mein Gewissen. So eine Antwort setzt sich fest und wirkt. – Heute muss ich Oma Renate treffen, was bin ich lustlos! Sie ruft jetzt oft an, vereinsamt vollkommen. Ihr Mann verweigert in seinem Altersstarrsinn die Impfung. Wozu auch? Er hat ja seine Dienerin, die für alles zuständig ist. – Abends Peergruppe.
Ich bin voll und ganz Deiner Meinung, was die Stigmatisierung der Ungeimpften angeht. Was Du über die Patientin schreibst, die eigentlich todkrank ist und zuhause in Panik und Depression untergegangen ist, finde ich bemerkenswert: Sie fühlt sich anscheinend im Hospiz so geborgen, dass sie keine Beschwerden hat. Ob das dann der richtige Platz bei Euch ist, steht natürlich in Frage