Frühstück in Freising
Gestern noch rief mich Alexander an und lud mich zum Frühstück ein. Gabi und Alexander hatten Sylvester verschlafen, weil Gabi von der langen Fahrt von Trier nach Hause (der Vater beerdigt, wohin mit der Mutter?) ziemlich erschöpft war und Alexander lange Dienste im Krankenhaus hinter sich hatte. Nun wollten sie das neue Jahr einläuten und baten mich, auch noch ihre Freunde Simone und deren Mann mit nach Freising zu nehmen. Simone kenne ich von früher: Als ich in der Gedenkstätte arbeitete, war sie Schülerin und hatte einen Job in unserer Bibliothek. Inzwischen ist sie zum jüdischen Glauben konvertiert, verheiratet und hat drei Kinder . Wie die Zeit vergeht. Es war jedenfalls eine nette Runde, obwohl ich lieber mit Gabi alleine gewesen wäre. Wir haben viel über Israel und über die beiden jüdischen Gemeinden in München geredet. Und natürlich über die Beschwernisse, Homeoffice und Homeschooling zu verbinden. Da oben am Domberg, wo Gabi und Alexander wohnen, ist es so schön! Man hat einen weiten Blick bis hin zur Zugspitze. Und es ist so schön ruhig. Bis aufs Glockenläuten.
Bis du geschrieben hast, du wärst lieber mit Gabi allein gewesen habe ich insgeheim gedacht, wie es bei mir ankäme, wenn mich der Mann meiner Freundin einlüde statt sie selber. Ansonsten spannende Themen, nicht das Homeschooling, sondern die Glaubensfragen.
Da könnte mich mir auch vorstellen zu wohnen. Besser als Silvester, so ein Frühstück am 2. Tag im neuen Jahr.