Arbeitsbelastung, ewig langer Januar

Mal wieder kurz vor Feierabend. Heute morgen hat mich Hubert mit dem Auto gefahren, Luxus, weil ich keine Lust hatte bei Schneetreiben mit dem Rad zu fahren. Heute Abend hätten wir eigentlich unsere Peergroup. Leider ist Ariane nach Erkrankung noch zu schwach, so dass wir auf ein kurzes online Treffen ausweichen. Nicht dasselbe und die Vorfreude ist nur halb so groß, aber trotzdem gut, wenn wir uns wenigstens kurz austauschen. In meinem Büro steht ein großer Blumenstrauß. Den hab ich gestern anlässlich meines 25-jährigen Dienstjubiläums erhalten samt Urkunde. Ich hatte schon gedacht, es wird sang und klanglos übergangen, aber jetzt gratulieren mir dauernd Kollegen, nachdem kürzlich eine Email an alle Mitarbeiter das Jubiläum verkündet hat. Die Stimmung im Kinderzentrum ist gerade sehr angespannt. Es sind viele krank und das macht sich insbesondere bei den Teamassistentinnen bemerkbar, die dann die Arbeit der kranken Kollegin übernehmen müssen. Man kann zusehen, wie die zusätzlich Belastete dann ebenfalls nach einiger Zeit wegen Stress krank wird. Meine neue junge Psycho-Kollegin, die sich unheimlich lernfähig gezeigt hat, ist gestern gegangen. Sie hat eine für ihre Zusatzausbildung bessere Stelle gefunden. In dem Bereich, in dem ich arbeite (also mit Kinder unter 3 Jahre) findet sich kaum jemand, der sich die Arbeit zutraut. Eine andere Psychologin aus diesem Frühbereich ist nicht geimpft und ich bin mir nicht sicher, ob sie es sich anders überlegt oder ob sie kündigt. Die letzte im Bunde ist schon etwas älter und denkt immer mal wieder an die Rente. Wenn ich es mir jetzt so vor Augen führe, bin ich hier ganz schön wichtig und MUSS hier die Stellung halten. Morgen früh fahren wir zum Schliersee. Luisa ist im Moment alleine dort, weil sie ihrer angespannten WG-Situation entfliehen will. Für sie ist es eine Mutprobe, weil sie noch nie alleine dort war und bisher in dem großen Haus  alleine immer Angst hatte. Aber wie es aussieht, fürchtet sie sich jetzt nach ein paar Tagen nicht mehr. Wir werden das WE am Schliersee mit ihr verbringen, wahrscheinlich eher faulenzen und nur manchmal raus gehen. Da warte ich liebe auf den Frühling. Der Januar ist immer ein subjektiv ewig langer Monat, der kaum vergehen will. Zum Glück ist ein Ende absehbar.

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Das Gefühl, unentbehrlich zu sein, ist erhebend und belastend zugleich. Am Feedback derer gemessen, die auf einen bauen, kann man nie gehen. Gott sei Dank spielst du nur manchmal mit dem Gedanken, bist aber noch nicht konkret auf dem Sprung. Bis jemand einigermaßen angekommen ist dauert es natürlich Jahre! Für mich wird es heute die vierte Zoomzusammenkunft seit Sonntag.

  2. Renate sagt:

    25 Jahre an der gleichen Stelle ist heutzutage eher selten. Kann sein dass sich die so wichtige Flexibilität durch Corona ändert. Ich kann mir gut vorstellen wie belastet die Teamassistentinnen sind. Du hast recht mit deinem Januargefühl, mir kommt er auch ewig lang vor.

  3. Beate sagt:

    So eine Urkunde hab ich letztes Jahr auch bekommen und alle, die da waren, standen um mich rum mit kleiner Ansprache. Der sichere Beweis, dass wir zum Urgestein in unseren Einrichtungen zählen…. ja, der Januar ist ein Monat, in dem die Zeit nicht vergehen will.

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