Ukrainische Zwillinge
Ich habe gerade wieder sehr viel zu tun in der Arbeit. An einem Termin mit einer Familie hängen so viele Zusatzaufgaben, die ich nur mit Überstunden hin bekomme. Am Freitag kommen tatsächlich die ersten Kinder aus der Ukraine zu mir in die Sprechstunde. Ich hab noch kaum Information, nur, dass es Zwillinge von knapp 3 Jahren sind und sie angeblich schwerwiegende Entwicklungsstörungen haben. Eigentlich weiß ich nicht, ob ich der Familie etwas anbieten kann. Sie kommen mit einer Betreuerin, die gleichzeitig übersetzt. Ich befürchte eine Welle von Kindern, die Hilfe brauchen. Aber welche Art von Hilfe können wir spenden, zumal die Hilfsangebote wie Therapeuten und Spezielle Kindergärten schon jetzt nicht ausreichen. Jeden Tag kommen viele Eltern ins Kinderzentrum, die von irgendwo aus der Welt aus ganz verschiedenen Gründen hier sind, total beengt wohnen und deren Kinder keine Förderungen bekommen. Seit Corona hat sich die Lage verschärft. Auch die Kinder sind stärker betroffen seit einiger Zeit.
Was du beschreibst ist ein Fass ohne Boden. In der Palliativszene liegt zunehmend die „kultursensible Begleitung am Lebensende“ imTrend. Wo ist diese am Lebensanfang, wenn die Weichen gestellt werden? Zu traurig. Dann die Sprachprobleme und die unterschiedlichsten Kulturen, die aufeinander treffen, gar prallen.