22-03-17-CoTaBu- Tagebuch verdient seinen Namen+Quarantäne statt Lyrik

Das Coronatagebuch macht seinem Namen Ehre. Nach gestrigem Marathon ein wenig gepackt; was ich fürs Dichten brauchte: Kleber, Schere; Steckbrief; Material jedweder Couleur, Lieblingsgedichte zum Verdrehen. Morgens dann den Koffer. Klar, gestern war mir nicht wohl, wem wäre schon wohl nach 13 Stunden non-stop? Im Nachhinein weiß man es dann. Heute Früh, gleich beim Aufwachen, den Hals gespürt. Jedem läuft mal die Nase. Nie war ich wilder entschlossen, das abzutun. Als ich ins Hospiz kam, um noch ein paar Stunden zu arbeiten doch sofort getestet: positiv. Hurtig ausgedruckt, was sich hierher nicht leiten und verschalten lässt. Tagung abgesagt; Gruppe von gestern gewarnt. Über die Straße zum Metzgerwirt, was haben wir uns (Michael schon bereit) mit Einscannen usw. angestellt! Die Terminbuchung mit vereinten Kräften vor der Tür bewerkstelligt. Reizende Testperson, sehr angenehm alles, kam auch raus, uns notfalls unter die Arme zu greifen (ich fragte, ob wir so aussähen, als hätten wir Schwierigkeiten!), kein Warten, Lob für unverzügliches Antreten, tiefes Bohren und Würgen – sechs Stunden später die Bestätigung. Sonja, über 24 Stunden vorher getestet, wartet immer noch. Ich habe ein bisschen geweint. Hatte mich so herrzzerreißend gefreut auf Lyrik im Harz, war so motiviert und glücklich, Einzigartiges erleben zu dürfen. Jetzt richte ich mich ein: in meinem „Schicksal“ und in meiner häuslichen Zelle. Alles tut ein bisschen weh, läuft, fließt und drückt. Etwas benommen fühle ich mich, auch fällt mir rückwirkend ein, dass ich die letzten Tage öfters schwindelig war. Jetzt lese ich Skurriles von John Lennon, schlafe viel und habe den Kontaktpersonen, insbesondere der Gruppe von gestern, (Protokoll und PCR-Ergebnis) geschrieben. Ich kann nicht sagen, wie unglaublich froh ich bin, dass Renate die Stellung hält.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Es tut mir so Leid, dass du das Lyrik Wochenende nicht mitmachen kannst. Ich hätte es dir so gewünscht. Jetzt bleibt dir nichts anderes übrig als dich in das Schicksal der Isolation zu begeben. Aber durch deine Lektüren und deinen gesegneten Schlaf bist du gut gerüstet. Es ist fast schon eine Ausnahme, wenn man noch kein Corona hatte. Ich rechne auch irgendwann damit. Noch habe ich keine Symptome.

  2. Renate sagt:

    Mir tut es von Herzen leid dass du nicht fahren konntest. Deine Trauer darum war deutlich spürbar. Dass das Testergebnis so rasch kam ist erstaunlich. Hoffentlich hast du keine so krassen Symptome und kannst die unfreiwillige Pause etwas genießen.

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