Ablenkung von schlechten Nachrichten und geflüchtete Kinder
Wir sind nach Wochen mal wieder am Schliersee. Der Himmel war heute noch bedeckt und mit Sahara-Staub angereichert. Ich hoffe, morgen oder übermorgen wird es sonnig, damit wir das erste Mal in diesem Jahr mit unseren E-Bikes eine Tour machen können. Ich muss gestehen, dass ich von den Nachrichten oft so runter gezogen werde, dass ich bewusst manchmal etwas suche, das mich ablenkt, z. B. GNTM im Fernsehen anschauen, online nach Kleider suche oder nach neuen Rezepten Ausschau halte. Heute waren die ukrainischen Zwillinge bei mir. Die Familie ist recht wohlhabend. Mutter und Kinder gepflegt und schön gekleidet. Der Vater muss nicht kämpfen, muss aber im Land bleiben. Die Kinder waren schon in der Ukraine auffällig, können nicht sprechen und sind auch insgesamt entwicklungsverzögert und deutlich autistisch. Die Mutter möchte die Zeit in Deutschland nutzen, damit die beiden eine Diagnose bekommen und gute Behandlungen. Leider ist das ganze System von Fördermöglichkeiten auch ohne ukrainische Flüchtlinge überlastet. Wir schauen mal, was wir tun können. Der Termin war eigentlich nicht anders als meine sonstigen Termine. Oft habe ich Geflüchtete (oft aus Syrien oder Afrika) mit derselben Problematik und einen Dolmetscher dabei. Unterschied ist, dass diese ukrainische Mutter plant, wieder zurück zu gehen. Sie will im Juni wieder arbeiten in ihrem Job als Steuerfahnderin. Ob das realistisch ist?
Der Ausflug mit euren E-bikes hat geklappt. Ich bin auch eher skeptisch was eine Rückkehr in die Ukraine betrifft. Die Nachrichten ziehen mich auch runter. Ich schalte meist weg und suche ein aufbauendes Programm.