22-04-09-CoTaBu-Frühstück mit Jakob – Selig durch Armut im Geiste? + Sesselgedanken
Heute haben wir mit Jakob in einem Café gefrühstückt. Ich finde ihn momentan wunderschön. Er spricht gewählt und bedacht. Keine Phrase kommt über seine Lippen – herrlich! Nachdem wir gestern in unserer Peergruppe (Zoom) von Alexandra hörten, dass junge Leute um die Dreißig momentan nach Corona gehäuft über brennende Schulterschmerzen klagten fiel auf, dass auch Jakob sich oft an die Schulter griff. Nicht brennend, aber schmerzend. In meiner Coronagruppe, in der ich bis zum Kaiserschmarrntreffen bleibe, war gestern von CoronaDemenzErscheinungen die Rede: Eine konnte nicht mehr ausrechnen, wie sie die 45 Minuten für einen Fisch im Rohr berechnen sollte; eine konnte die Buchstaben PCR nicht mehr aneinanderreihen; ich scheiterte an der Anleitung zum Pfannikartoffelbrei. Jakob berichtet genau das. Er blicke auf ein Symbol und könne es nicht mehr entschlüsseln, eine simple Handlungsanweisung nicht in die Tat umsetzen. Das macht es nicht besser. Aber es entlastet, mit diesem Phänomen nicht allein zu sein. Jakob war der Erste, der genau das zur Sprache brachte, was ich sagen will und versteht, dass es nicht um komplettes Beklopptsein geht. Er vollzieht den gänzlichen Verlust von Inspiration nach. Selig die Armen im Geiste? – Café Jasmin überfüllt, gingen wir ein Stück weiter (wohin nur?), das gefiel uns gut. – Ich überlege, ob ich meine leere Ecke vorübergehend mit einem Ikea-Sessel fülle (zumal ich um 17.00 ohnehin Ursula ausweichen muss). Ich will mich nicht „einrichten“, bevor (irgendwann) die Sache mit dem sich auflösenden Teppich, die wie ein Berg vor mir steht, gelöst ist. Der Sessel kann hinterher zur Diakonie. Heute – das will ich unbedingt auch auf Corona schieben – habe ich wahnsinnigte Rückenschmerzen, muss mich noch ein bisschen ausstrecken (nach IBU 600), damit ich mich wieder aufrichten und bewegen kann. – Meine angebräunte, stinkende, mit einem notierten Leben beschriftete Neuerrungenschaft aus dem japanischen Formenkreis guckte mich kürzlich aus meinem Regal an. Mir war entfallen, dass ich das Büchlein schon habe.
Wie schrecklich es klingt was du über die Symptome schreibst. Das ihr euch in der Gruppe austauscht hilft, am Ende ist man jedoch alleine mit diesen Einschränkungen.
Dieses Uninspirierte, von dem du schreibst, ist glaub ich mein Normalzustand. Es ist krass, was im Zusammenhang mit Corona für Folgen berichtet werden. Diese Corona-Demenz wird sicher wieder vergehen. Verstehe ich richtig, dass du dir einen Sessel bei Ikea kaufen willst und dann wieder verschenken? Ein neuer Teppich ist allerdings ein Riesenprojekt, da braucht es viel Energie und Motivation.
Herrlich…dein Normalzustand!!! Und ja, du verstehst richtig. Das mit dem Teppich dauert noch, wenn es je kommt. Und bis dahin keine Riesenmöbel,die man wieder herumwuchten muss.