Am Gardasee
Gestern früh von München Richtung Süden aufgebrochen, leider immer wieder im Stau gestanden. Aber sobald das Ziel erreicht ist, sind alle Mühen vergessen. Die gemietete Wohnung liegt etwas im Hinterland zwischen Bardolino und Cesano, das Haus umgeben von Olivenhainen und Weinanbau. Ein Schlafzimmer, eine Wohnküche, ein Bad, Terrasse und Pool. Der Gastgeber war gleich ein Fan von Hubert, der in Italien jedes mal mit seiner glänzenden italienischen Aussprache Punkte macht. Im Vergleich zu Hubert fällt mir meine komplette Unbegabung bei Fremdsprachen auf. Gestern Nachmittag mit den mitgenommenen Fahrrädern zum See runter geradelt, am Ufer des Sees ein erstes Bier getrunken. Megaanstrengend zurück geradelt, den Berg hoch, und das mit gerade durchgemachter Coronainfektion. Später Pizza essen und nachts wie Steine geschlafen. Heute erneut aufs Rad. Von Bardolino nach Garda und zurück nach Laszise, was komplett mit Touristen überfülkt ist. Trotzdem dort sehr fein mittags in der Cozzeria Muscheln gegessen. Und wieder den Berg hoch geradelt. Nachmittags geschlafen, am Pool gechillt und später ins Olivenölmuseum gefahren, wo uns die traditionelle und moderne Herstellung des Olivenöls nahe gebracht wurde. Im zugehörigen Shop eingekauft und auf der hiesigen Terrasse eine schöne Brotzeit mit den erstandenen Produkten genossen. Der Vollmond auf der einen Seite und der Sonnenuntergang auf der anderen Seite, quasi perfekt. Wenn ich bedenke, dass ich bis vor zwei Tagen noch im Bett lag und vor mich hin gedarbt habe, ist das jetzt wie die Auferstehung, passend zu Ostern. Oder auch wie Gott in Frankreich, nur dass es Italien ist.
Dass ihr die Räder sogar dabei habt – genial! Allerdings musst du echt aufpassen – es wird so gewarnt davor, gleich in die Vollen zu gehen. Die Überfüllung glaube ich sofort; allein ich höre bei den paar Menschen, die ich spreche, viele, die jetzt dort sind. Ich war so lang nicht mehr weg, dass ich Staus usw. schon vergessen habe.
Wow, klingt das alles gut. Da kommen Erinnerungen bei mir hoch, aus den 70er Jahren, als ich mit unserer Clique auf einem alten Weingut war. Den Ort weiß ich nicht mehr, nur dass es auch steil den Berg rausging.
Nach der durchgemachten Coronainfektion erlebt ihr das pralle, hedonistische Leben. Dass ihr Euch mit den Radtouren so schnell sportlich verausgabt, wundert mich auch ein bisschen. Ich war schon von einem längeren Spaziergang überfordert