22-04-17-CoTaBu-Ostern, ungestört bleiern + Katzensprung zu Anni

Gestern war wieder so ein Tiefpunkt. Ich hatte lose mit Renate was ausgemacht und konnte dann nicht aus mir raus.  Sobald ich mit meinem Steinbeck in der Horizonalen war ging es buchstäblich aufwärts. Immerhin kann ich aus dieser Quelle wieder schöpfen, die ja zu Corona-akut-Zeit versiegt schien. Früchte des Zorns, eine Abzweigung durch Gregor; ich hatte das zufällig im Regal. Eigentlich habe ich andere Lesevorhaben, aber jetzt packt es mich. Wenn mich nur irgendwas packt. Gott sei Dank hat Jakob schöne Bilder aus Polen geschickt: Wie Annas Bruder mit seiner Freundin in der Küche singt und tanzt, wie Anna und ihre Mutter dazu lachen, wie er mit dem Bruder kocht und bäckt – also nicht Teil unserer Depression ist, das wäre eine Zumutung. Niemand schaut gern zu oder lässt sich gern zuschauen dabei. Michael kam zum „Osterfrühstück“; bissel haben wir uns mittags durch den Perlacher Forst geschleppt. Immerhin zwitschern Vögel, alles knospt und blüht. Michi war vorm Frühstück bei Anni, ich werde mich gleich hinquälen. Dieser Tage versuche ich, ihm einen seiner zwei Besuche abzunehmen, damit er nicht durchdreht: Anni (derzeit?) bettlägerig; ein Gespräch ist nicht wirklich möglich. Gestern war ich ihr sichtlich lästig, obwohl ich versuche, meine Verfassung zu verbergen. Wenn ich mich überhaupt noch reintrauen soll, dann jetzt. Es wird ja nicht einfacher. – Gestern dachte ich nach langer Zeit, ob ich doch mal wieder ein paar Tage hier wegsollte. Es ist, als könnte ich nie wieder Freude empfinden. Hab mir bei Tribeca ein Stückchen Torte mitgenommen: kurzer „Lichtblick“; todmüde. Überwinde mich jetzt auf einen Sprung zu Anni. Sie ist ganz in ihren Gedanken verloren. – Nachtrag: Komme gerade von dort zurück. Heute durchaus mit Resonanz, es war recht schön sogar!

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3 Antworten

  1. Renate sagt:

    So war der Tag gestern doch noch einigermaßen erträglich für dich, streckenweise sogar gut. Mit den Erwartungen ist es so eine Sache, wie du bei Anni gesehen hast. Es sind die kleinen Freuden, wie das Stück Kuchen.

  2. Beate sagt:

    Was du von Jakob und Anna schreibst, ist so schön! Da scheint eine Wärme und Freundlichkeit den Tag zu erleuchten. Wie gut, wie schön, wie wunderbar, dass sich die beiden gefunden haben

  3. Ines sagt:

    Vielleicht hast du den Tiefpunkt jetzt überwunden und es geht bergauf. Was du von Jakob schreibst, ist sehr nett.

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