22-04-19-CoTaBu- Depression rings herum + wieso nicht Rentenberatung?
Morgens noch viele Seiten Steinbeck gelesen, wozu ich verrückterweise über Ostern nicht genug gekommen war. Ein Kapitel zur Lesung mit meinen Trauernden auserkoren bzw. ich erwäge es. Bevor ich mich fertig gemacht habe: Anruf der Rentenkasse Berlin. Seit wann ich denn aus dem Beruf ausgeschieden sei? Ich bin nicht ausgeschieden, habe auch den 1. September als Datum angegeben. Nein, das sei nicht so. Überhaupt war das mit der Aufforderung (für meinen zweiten seitenlangen Antrag) lediglich einer Überschneidung zu verdanken (sie haben jetzt zwei fette Anträge). Ich hätte bisher (vor Monaten) nur formlos usw…. Damals auch um Termin gebeten (wie es mir telefonisch geraten worden war), woraufhin ich seitenwesie Anlaufstellen bekommen habe, aber keine erreichbare, v.a. mit dem Hinweis, es am besten online zu machen. Das sei ja komisch, andere gingen zur Rentenberatung, das klappe immer sehr gut. Ich wäre am liebsten durch die Leitung gefahren! – Im Hospiz Wiederbegegnung mit Sonja. Eine andere Kollegin kurz gesprochen nach langer Zeit. (Ich sitze ja derzeit allein fest, wenn ich die Stellung halte). Eine stets freu-bereite, positive Frau. Jedenfalls habe ich von ihr erfahren, dass sie ziemlich depressiv sei, allerdings nicht erst seit Corona. (Natürlich habe auch ich gewisse Anlagen dazu und es kommt nicht aus heiterem Himmel). Am Telefon eine Kollegin aus dem ambulanten Hospz, heute erstmals nach Corona wieder zur Arbeit. Sie sei noch kurzatmig, schweißgebadet, aber am schlimmsten sei die Depression, dass sie ihren Alltag kaum schaffe. Von allen Seiten! Allerdings – das liegt in der Natur der Sache – einigermaßen diskret. Niemand handhabt es offen und pst pst….bloß nichts weitersagen. – Soeben mit Michi beim Großwirt den Bauch vollgeschlagen. Da wir aus Versehen Matjesfilet bekamen statt Dorade haben wir uns zum Trost noch Kaiserschmarrn gegönnt. Die Stunden im Hospiz tödlich. Ich sitze ratlos und fange nichts an. Einzig am Telefon funktioniere ich.
Der Satz … andere gingen zur Rentenberatung, hätte mich auch auf die Palme gebracht. Ist jetzt wenigstens alles soweit in Ordnung mit deiner Rente? Soviele die von dem Virus betroffen sind in deinem Umkreis.
Die Beantragung der Rente entwickelt sich zu einem Loriot-Sketch. Dann hast du den 2. Antrag ganz umsonst ausgefüllt. Herrje, es ist zum verrückt werden. Dass Depression als Folgesymptom von Covid so häufig vorkommt, war mir nicht bekannt. Aber natürlich spricht man nicht so ohne weiteres darüber. Ich hoffe, dass deine Arbeit im Hospiz noch mal etwas lebendiger wird, bevor du in Rente gehst. So ist ja echt blöd. Ist denn Gregor noch in Quarantäne?
Kommunikation mit den Rententypen ist ich reist für einen Loriot-Sketch! So was von absurd! Der Großwirt hat Kaiserschmarren vom feinsten. Nur schade, dass er dann so schwer im Magen liegt…