22-04-26-CoTaBu- Kater nach großer Lektüre, eine Tochter + 3. Dimension

Mein Tag gestern endete in derselben Parallelwelt, in der er heute begann. Der Auftakt zu den Früchten des Zorns ist eine Dürre biblischen Ausmaßes in Oklahoma. Eine Flüchtlingswelle wird nicht durch die Naturkatastrophe selbst ausgelöst, sondern durch das unheilvolle Eingreifen von skrupellosen Investoren. Die Geschichte von Hunger, Elend und Ausbeutung endet im „gelobten Land“ Kalifornien in einer Hochwasserkatastrophe, die wiederum jede Lebensgrundlage zerstört. Um dieses Buch abebben zu lassen werde ich eine Zeit brauchen. Was mir geholfen hat, war der Austausch mit Gregor und wie wir die Figuren verinnerlicht haben, die einen sicher weit über die Lektüre hinaus begleiten. – Anruf in der Rentenberatungsstelle. Nachfragen, ob es inzwischen nicht doch nochmal einen Termin für eine arme Seele gibt. Wenn Sie dies wollen, drücken Sie die sowieso, wenn das, jenes. Als endlich mein Anliegen mit einer Ziffer dran war: Unsere Leitungen sind derzeit aufgrund des hohen Aufkommens belegt….Nicht bitte warten Sie, nein: Rufen Sie ein andermal an. Tut tut tut. – Im Hospiz begann mein Tag mit einem außerordentlich intensiven Gespräch mit der Tochter einer Patientin meines Jahrgangs (Freundin von Bettina). Der pflegende Ehemann derzeit akut an Hornhautablösung operiert, übernahm die 31-jährige Tochter diese familiäre Aufgabe in beeindruckender Weise allein. Ich bin allerdings so durchdrungen von meinem Roman, dass der sich in alles, also auch in diese Begegnung einflicht. Ich erlebe alles wie in einer dritten Dimension. – Auch der Rest des Tages war nicht ereignislos. Eine Dekanatskonferenz ließ ich sausen. Die Mutter einer 44-Jährigen Hirntumorpatientin (derzeit eine reine Flut), will noch eine Patientenverfügung machen. Abends lief ich der geschätzen Kollegin einer anderen Münchner Einrichtung in die Arme, die gerade ihre Bewerbung bei uns abgeben wollte. Große Freude, kleiner Plausch. Ich habe Gregor schon bescheid gegeben.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    In manche Bücher taucht man so tief ein, dass sie in unser Leben einwirken. Deine Geduld bei deiner Rentenbeantragung wir aufs Äußerste strapaziert. Lass dich nicht entmutigen und bleib dran.

  2. Beate sagt:

    „Die Früchte des Zorns“ habe ich vor dreißig Jahren gelesen. Heute wäre es eine andere Lektüre, weil ich älter bin, auch, nach allem, was Die Welt seitdem bewegt hat. Und gute Literatur- dazu zählt das Buch- vermittelt auch Gültiges über die Zeitläufte hinaus

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