Viele Grüße aus Brüssel
Der Engel hinter der Mauer schaut in den Friedhof, ich sehe seinen angebrochenen Flügel, ein trauriges Bild an diesem verregneten Morgen. Dann auf nach Brüssel, wo nach dem brandneuen Testament Gott wohnt, der Inbegriff von Misanthropie, in den ersten Stunden nimmt er meine Zuversicht auf schöne Tage: Menschenmassen, dauernd heulende Polizeisirenen, hupende Autokolonnen im Stau. Ein unerträgliches Durcheinander, manche nennen es pulsierendes Leben. Aber ich bin ja anpassungsfähig, flexibel. So mache ich mich nach ein paar Stunden auf dem Bett im Hotel bei geschlossenen Vorhängen wieder auf, fasse Mut, gehe Pancakes essen, laufe im Park umher. Am nächsten Tag Europaviertel, heute Museumsbesuch, das Magritte Museum und morgen mit den 8Schülern und den beiden Lehrern geht es weiter, Politik und Kultur.Brüssel ist auch eine schöne Stadt. Wenn man das allzu pulsierende Leben erträgt.
Mensch, wenn es dir schonmal zusehr pulsiert! Musste gleich googeln, um die Sache mit dem brandneuen Testament zu identifizieren und nicht für den Rest eines surrealen Traums zu halten, den du auf dem Hotelbett hattest (in magrittiger Vorfreude). Das Bild des Engels ist gigantisch, toll in deinem Profil!
Diese Fülle an Menschen, Autos und Geräuschen strengt mich schon beim Lesen an. Der Engel dagegen auf dem Friedhof, ein Bild der Stille. Ich bin es nicht gewohnt, mich alleine in fremden Städten zu bewegen. Ich habe Respekt davor, da ich mich nicht gut orientieren kann und oft verloren fühle. Du hast diesbezüglich viel Erfahrung und kannst es genießen.
Ich mag es eine Stadt alleine zu erkunden. Meist ist es am Sonntag ruhiger, in Brüssel anscheinend nicht. Park und Pancake, gute Idee.