Vater, Weinprobe, Radltour und noch mal Urmila
Es kommt mir deutlich länger als eine Woche vor, dass ich das letzte mal in den Blog geschrieben habe. Meine vergangene Woche hatte viele nette Abwechslungen. Ein Highlight war der Besuch meines Vaters, der von Dienstag auf Mittwoch bei uns logierte, da am Mittwoch seine Rotelreise (Jakobsweg) ab München startete. Am Dienstag reiste er mit dem Zug an. Das erste mal in seinem Leben hat er, der ein eingefleischter Autofahrer ist, so eine lange Reise mit dem Zug gemacht. Er war richtig begeistert, vor allem von dem Supersparpreis, und dem Luxus in der 1. Klasse. Hubert und ich hatten uns den Nachmittag extra frei genommen. Wir haben erst hier in der Wohnung Kaffee und Kuchen gehabt, dann zum Flauchersteg spaziert, und am frühen Abend mit Maja und Bernd im Biergarten in Thalkirchen draußen gesessen bei Bier und Münchner Schnitzel. Danach auf unserer Terrasse bis zum späten Abend geredet. Am nächsten Morgen in aller Früh haben wir ihn in die Messestadt gefahren zu seinem Rotelbus und einer Reisegruppe von rüstigen Rentnern. Es war richtig schön, ihn hier zu haben. Wie er allerdings die Reise schaffen soll, ist mir ein Rätsel, da er nicht gut zu Fuß ist, total langsam geht und viele Pausen braucht. Für eine Reisegruppe m.E. eine ziemliche Belastung. Aber das ist nicht mein Problem. Am Freitag haben wir eine Weinprobe mit 8 Personen bei unserem Bekannten Matthias organisiert, der Weinhändler ist und regelmäßig Weinproben anbietet. Es gab ordentlich viel und lecker zu Essen und insgesamt 8 verschiedene Weine von Blubber, weiß, rose und rot. Eigentlich eine nette Veranstaltung, aber so viel verschiedene Weine kann ich am Ende gar nicht mehr auseinanderhalten und der letzte schmeckt dann auch nicht mehr. Samstag morgen nach Schliersee gefahren, das erste mal in diesem Jahr, dass es nicht geregnet hat oder kalt war. Alles blüht auch dort jetzt. Am frühen Abend waren die Nachbarn bei uns für ein Schwätzchen und – ja – auch ein Gläschen Wein, ich gebe zu, dass es etwas viel war diese Woche. Am Abend den ESC geschaut, bis mir die Augen zufielen. Jedes Jahr wieder eine Schmach für Deutschland, dessen Beitrag wie die letzten Jahre auch, den letzten Platz belegte. Nächstes Jahr wird der ESC dann wohl in der Ukraine stattfinden, das sollte natürlich ein Zeichen sein. Heute nach dem Frühstück eine Fahrradtour mit den E-Bikes durch die blühende Landschaft gemacht über Wornsmühl und Fischbachau. Ich bin glücklich über diese Möglichkeit, denn Bergwandern ist im Moment nicht meins und beim Radeln spür ich keine Schmerzen und durch den Motor ist es nicht so schrecklich anstrengend. Heute gehen wir noch zum Myra türkisch essen und danach ins Konzert von Sol Gabetta in die Isarphilharmonie. Sören schrieb eben, dass Urmila wieder im Krankenhaus liegt und es wohl zu Ende geht. Er besucht sie heute und will sich dann noch mal melden. Am Donnerstag hat sie Geburtstag und wird 83 Jahre. Vielleicht ist am Ende zwischen den beiden eine friedliche Begegnung möglich, ich hoffe es.
Der Besuch deines Vaters klingt so gelungen, es muss ihm sehr gefallen haben. Immer spielt Wein eine Rolle; ich würde auch mal was anderes probieren, aber wüsste nicht, wann ich mich darum kümmern sollte. Es wäre schön, wenn Sören seiner Mutter wenigstens im Tod ohne Wut begegnen könnte. Vielleicht ist sie aber immer noch theatralisch und nervt bis zuletzt. Gottlob gibt es keine Überschneidung Richtung Hospiz.