22-09-23-Nach Zitterpartie: Laptop und Mann zurück – „Projekte“, Suchbewegungen und Simon
Nach einer Ewigkeit ist ein Wiedereinstieg schwer.
Michael hat sich bereits am ersten Tag die Achillesverse verletzt. Eingemietet, abgewartet, erneut kleine Wege versucht und am letzten Tag vorm Weitergehen neu verletzt. Was das für mich bedeutet? Mein Energieschub, den ich augenblicklich erfahren habe, rege von früh bis spät, Räumen, Wursteln und dazu die Pension „im Griff“, wurde ins Ungewisse begrenzt oder ausgedehnt. Jetzt ist Michael wieder da, humpelt, ich mache natürlich weiterhin das Nötige, noch drückt er sich vor dem Arztbesuch. Er macht ungute Erfahrungen als Privatpatient. Ihn nervt, wenn sie mit ihm endlos lang plaudern, obwohl Leute warten, Untersuchungen machen, die er nicht will und dann die Rechnung über 600€ kommt. Sie sind ihm auch stets gram, wenn er nicht zu allem Ja sagt. Ich indessen bin wieder müder…
Mit der Erfindung von Ordnungssystemen stecke ich fest. Denke an Ortheils „Erfindung des Lebens“ – Ines! – Hängeregistraturen in Din A5 scheint es nicht zu geben. Ich verheddere und verzettele mich und weiß nicht weiter.
Mein Magen ist immer noch nicht gut, auch da bin ich ratlos. Wielange will ich warten, um wieder zu unserem neuen Arzt zu gehen, der bei jedem Wort zweifelt und mit dem ich nicht wirklich in Kontakt komme?
Nachdem ich den Hausmeister angegoogelt habe wurde die Heizung angeschaltet. „Ein Vermieter ist ab 16 Grad Außentempartur verpflichtet…“. Wer kann verpflichtet sein, wenn Gas fehlt? Jedenfalls ist sie jetzt an, aber ich habe sie wieder ausgemacht, weil es draußen wieder moderat bis strahlend ist.
Mein Laptop – sooo stressig – hatte keinen Mucks mehr gemacht. Beim PC-Doc sollte es 3-7 Werktage dauern. Gestern angerufen. Samstag sei „bei ihnen“ kein Werktag (obwohl der Laden offen hat) – ich aber hatte nachgelesen, dass der Gesetzgeber, sogar der BGH, Samstag als Werktag betrachtet. So schleimig er beim Abgeben war, so frech war er jetzt. „Regen Sie sich nicht auf, gute Frau…“. Da wars bei mir vorbei. Michi sagte, komm, den holen wir jetzt sofort. Hab mir also Michi ins Auto geladen….Der „Fachmann“ hat sich rausgeredet, wollte mit Michi einschlagen, der das ausschlug und dann gesagt hat, ich sei schon eine gute Frau und jetzt auf Wiedersehen, „guter Mann“. Jedenfalls war es nur eine Reinigung, alles also im grünen Bereich. Wie hatte ich bloß sagen können, dass das Allerwichtigste bei mir auf dem Desktop ist! Jetzt ist der PC (und alle Daten!) wieder da und ich versandele soviel Zeit wie immer. Was war – trotz Nervenkrieg! – durch sein Fehlen Zeit entstanden!
Am Montag wunderschöne Schreibgruppe. Diese ist groß genug, dass Absagen nicht stören. Die Atmosphäre mittlerweile verbindlich, sodass eine sogar der Gruppe (nicht nur mir) von ihrer Depression schreibt.
Mittwochs als Küken beim Seniorensingen in der Seidlvilla! Hat mir gefallen, obwohl manches etwas kindergarten- oder altersheimmäßig erklärt wurde. Passable SängerInnen, herrliches Ambiente, 2,50€ Beitrag und das Repertoire nicht allzu volkstümlich. Ich möchte bissel üben. Vielleicht kann ich mich minimal nach oben ausdehnen? Bis zum „b“ geht`s zur Not, ab „h“ ist es aus. „Unser“ höchster Ton war „e“. Soweit werde ich nicht bringen.
Eigentlich, eigentlich, eigentlich wollte, sollte, müsste ich mal ein paar Dehn- und Streckübungen machen. Soweit habe ich mich noch nicht. Dann liegt da immer noch Annas Broschüre „Hotel Savoy“ nach Joseph Roth, die ich ins Deutsche übersetzen wollte. Das habe ich noch nicht in Angriff genommen, eher wegen Vergessen, nicht wegen Widerstand.
Morgen ist Simons Geburtstag. Zwei Tage später Peters Todestag. Dieses Septemberlicht! Ich träume und träume jede Nacht. Gestern konnte ich deshalb nicht lesen, hab mich den inneren Bildern überlassen, wollte Simons Erscheinen willkommen heißen. Dann kam kein Traum.
Schwere Septembertage. Schmerz, der nicht vergeht. Gut, dass Michael wieder da ist, Dir beim Computerfuzzi beigestanden hat! Wie erfreulich ist das doch, dass auf Deinem Computer nichts verloren gegangen ist!) Vielleicht sollte Michael doch besser zum Arzt gehen (Was bin ich froh, Kassenpatientin zu sein..), seine Verletzung trägt er jetzt ganz schön lang mit sich rum!
Dieser Energieschub, den du in Michaels Abwesenheit hattest, konnte nicht ewig anhalten. Aber ich hoffe, du machst trotzdem weiter mit Ordnen und Räumen. Bei mir wäre es das Handy, das, wenn es weg wäre, mir viel Zeit bringen würde. Den Laptop schalte ich so gut wie nie an. Ja, der September ist ein bedeutender Monat in deinem Leben, auch deine Hochzeit war ja vor einem Jahr. Dass du das Küken in dem neuen Chor bist, ist lustig. Ich bin auch froh, dass ich nicht privat versichert bin, obwohl meine neueste Ärztin mit der Komplementärmedizin nur privat abrechnet und ich diese alternative Medizin jetzt selber zahlen muss.
Der September hat dir sehr Trauriges, aber auch Freudiges gebracht.
Der Computertyp ist schon von deiner Beschreibung her unsympathisch. Diese Sprüche sind unmöglich. Immerhin funktioniert dein Laptop wieder. Mit der Achillessehne wird Michael noch länger zu tun haben. Es scheinen nicht nur gesetzlich Versicherte ihre Probleme zu haben.