22-12-11-Adventliche Begegnungen am weltweiten Gedenktag für die verstorbenen Kinder + Ermüdung gegenüber Physiotherapien + Hängechristbaum

Statt des gewohnten Tatorts ein schleppender Notruf, so komme ich noch zum Bloggen. Meine Woche ist jetzt in Physiotherapiestunden eingeteilt. Die Zeit zerrinnt unter den Händen.

Zu unserem Zusammensein bei Beate hat uns Michi kutschiert. Renate hätte sonst heute hätte nicht kommen können. Wobei Beate sie sonst geholt hätte! Ich genieße, dass er sich nicht lang bitten lässt. Vor ihrem „Zustieg“ zwanzig Minuten durch die Angerlohe geschlittert, Batz und Neuschnee. Auf dem Rückweg setzten die beiden mich in St. Laurentius ab. Der die Arbeit in der eiskalten Philipp-Neri-Kapelle anleitete hatte selber noch nie einen Hängebaum gebastelt. Es waren eher wenige Leute, u.a. die ehemalige Kindergärtnerin Martina (die ich gestern Abend zufällig bei Amadeo traf), die nach einer Eigenbedarfskündigung jetzt im Pfarrhaus wohnt. Sie hat schon den Kindergarten geleitet, als ich mit Simon meinen ersten Antrittsbesuch gemacht habe. Später waren wir oft im Haus ihres Freundes in Prien zu Gast gegen entsprechend Hauskosten – ich mit Peter und Kindern, später mit Heide, dann mit Michael. Bis uns die Dienste, zu denen wir uns zunehmend verpflichtet fühlten von Hausputz über Unkrautjäten, Fahrräder flicken und Flaschenarsenale aus dem Keller entsorgen, über den Kopf wuchsen und sich der Urlaub in Hausmeisterdienste verwandelt hatte. Letzteres alles „nach ihrer Zeit“. Heute kam sie herzlich auf mich zu, auch ihre Stellvertreterin überfiel mich augenblicklich, ob ich mitmachen wollte, eine andere kannte ich als Ehrenamtliche aus dem ambulanten Hospiz. An „meinem“ Tisch waren recht nette Kinder. Mit einer jungen Frau kam ich zusammen, was sich gut anfühlte. Als ich am Ende sagte, es sei angenehm gewesen, in ihr schönes und offenes Gesicht zu schauen, sagte sie, es sei ihr mit mir ganz genauso gegangen. Es war eine der seltenen Begegnungen, die das Zeug zu viel mehr haben, Liebe auf den ersten Blick. Ich brachte es dann nicht über mich, meinen Christbaum nicht zu den anderen vor dem Altar zu legen und so landete ich nach Jahren in einem Gottesdienst, obwohl ich von diesen Dingen gerade weit entfernt bin. Ich hatte dabei ein Gefühl wie früher, als ich mit meinen Kindern dort war oder wie „großmütterlich“. Nie dort und doch zu Hause. Hinterher fiel mir erst ein, dass der 2. Sonntag im Dezember der Gedenktag für alle gestorbenen Kinder ist, groß, klein oder gar Sternenkinder, an dem weltweit Kerzen in die Fenster der Häuser gestellt werden, in denen eines fehlt. – Als ich heimkam war das Essen nicht – wie befürchtet – verkocht, sondern noch gar nicht fertig; Michael verdrießlich (nach tagelangen, zermürbenden Buchhaltereien, die die wahren Bilanzen zutage fördern) und es störte ihn, dass ich das nicht aushalte. Jetzt ist er weg – noch haben wir diese Möglichkeit. Eine Türe zum Advent war am Samstag das Treffen mit Birgitta (in den Stunden, in denen Ursula hier waltete), ihr alljährliches Tütchen; auch dass sie den Faden nie abreißen lässt – seit 1993; sporadischer Kontakt – zuletzt mit aufrichtigem Hilfsangebot. So steht mein Advent unter dem Stern inspirierender Begegnungen und Freundschaftspflege. Eine ganz wichtige Türe: unser heutiges Treffen.

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Ich sehe jetzt erst, dass du letzte Woche noch gebloggt hast. Schön, wie bewusst du diese adventlichen Begegnungen mit Menschen erlebst. Schade, dass ich selber keine Lust zum Basteln habe, es ist so eine meditative Beschäftigung.

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