23-02-12-Ewiges Ringen um Schreibform – Theaterbesuche und sonstiges Allerlei

Die letzten Wochen hatte ich kontinuierlich mitgeschrieben, diesmal ist schon Samstag, als ich beginne, auf meine Woche zurück zu schauen. Gleich wird deutlich, dass nur das, was Eingang in meinen Kalender gefunden hat, in Erinnerung ist. All die kleinen „Nebensachen“ wie Begegnungen in der Trambahn, wenn einmal eine Mutter nicht mit ihrem Handy beschäftigt war, sondern mir auf unauffällige Art aufgefallen ist, indem sie auf ihr Kind reagiert, sind in den Hintergrund getreten.

Montag AetasGruppe, diesmal ganz klein. Mich schmerzt, wenn jemand wegbleibt, weil es ihr „nicht gutgeht“. Zwei Frauen fehlen jetzt dauerhaft wegen schwerer Depression. Ich bin mit ihnen im Kontakt und mache, was ich sonst (bezahltermaßen) im Beruf gemacht habe. Allerdings schreibend. Eine sagt, seitdem spüre sie ihren Körper wieder. Eine kam, obwohl ihre junge Tochter am Montag wegen eines gerade diagnostizierten Tumors operiert worden war. Das Thema bleibt mir also.

Dienstag Physio. Abends mit Renate, ihrer Schwester, Brigitte und deren Mann bei Familie Flöz. Ich hatte mich so lang darauf gefreut! Wir fielen aus allen Wolken, dass sämtliche Rollen von nur drei Männern gespielt wurden, alles pantomimisch und mit Masken. Sensationell!

Da ich am Mittwoch nichts notiert habe scheint es ein Nulltag gewesen zu sein. Sowas stört mich unheimlich. Es geht einzig auf das Konto des einmal wöchentlichen Schreibens. Für mich allein lohnt es sich nicht, so leider mein Gefühl.

Am Donnerstag Physio und dann (??)…. Freitag Streifeneder wegen dieser Strümpfe (welcher Kampf, sie an- und auszuziehen!), später mit Margot Tribeca. Sie schwärmte von zwei Theaterstücken. Also wollte ich gleich auch. Michael hat eine ausgeprägte Abneigung gegen die etablierten Theater (auch ich bin in den Kammerspielen schonmal eingeschlafen, aus dem Resi aus laufender Vorstellung geflohen). Er schlug vor zu warten, bis uns was zufliegt. Soviel Gottvertrauen fehlt mir, also hauruck für die Pasinger Fabrik gebucht, ein Shakespeare („Cariolan“), der mich eigentlich nicht interessiert. Totalreinfall! Noch bevor wir dort waren fiel mir Bines Tipp zu: Brechtfestival, Donnerstag, Augsburg; Brechts „Gespenster“ vom Berliner Ensemble mit der berühmtesten aller Puppenspielerinnen Suse Wächter. Jetzt geht’s innerhalb von fünf Tagen zweimal ins Theater. Die zweite Person steht noch in den Sternen; Michael bekundet Aversion nicht nur gegen das Etablierte, sondern auch gegen Puppentheater; Beate noch halbkrank, schon fast unterwegs nach London; Renate noch auf Mallorca, dann Kindertag; Ines traue ich mich wegen sowas nicht zu fragen; Brigitte wäre auch perfekt, ist an diesem Tag in Peiting. Jetzt läuft gerade eine Anfrage bei meiner eigentlichen Freitagsverabredung. Sie leitet am Donnerstag eine Malgruppe, versucht zu klären, ob sie absagen kann. Sie als alte Theaterspielerin könnte eine gute Besetzung sein, abgesehen davon, dass ich mich zwanzig Jahre nicht mehr mit ihr getroffen habe. Jetzt wüsste ich nur noch zwei Möglichkeiten, allerdings weit hergeholt meinerseits. Sonst muss doch Michael dran glauben. Mit jedem Menschen kann ich nicht ins Theater gehen. Es ist wie mit dem Lesen, sehr speziell, sehr intim. Manche interessiert es gar nicht. Und neben manchen möchte ich nicht sitzen. Blöd, dass ich zwei Karten gekauft habe ohne Absprache. Ich gehe ja problemlos alleine ins Theater, schmeiße aber ungern Geld zum Fenster raus.

Unsere „therapeutischen“ Spaziergänge führen jetzt manchmal in die Schwaige, wo wir sündhaft gut speisen. Ziemlich üppig, aber – ein Fest! Bine hat mich angestiftet, es mit meiner schmerzenden Sehnenscheide am Fuß mit Voltarensalbe zu probieren. Ihre schlimme Schulter habe davon sehr profitiert. Ich versuche es seit gestern. Mir scheint, das hilft ein bisschen. Eben bei Michi gefrühstückt, jetzt liegt ein jungfräulicher Sonntag vor mir.

 

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Am Donnerstag hab ich einen langen Arbeitstag und wäre nicht mehr in der Verfassung, ein Theaterstück in Augsburg zu besuchen. Zudem geht es mir so wie Michael in Bezug auf Etabliertes oder Puppentheater. Familie Flöz hätte ich interessant gefunden. Dennoch würde ich dir gerne die Scheu nehmen, mich zu fragen. Stützstrümpfe selber anziehen stelle ich mir äußerst schwer vor.

  2. Beate sagt:

    Wie schade, dass ich am Donnerstag nicht mit Dir nach Augsburg fahren kann! Und: Mir geht es auch so, dass ich nicht neben irgendwem im Theater sitzen mag, nicht mal im Kino. Wichtig ist doch der Austausch hinterher! In der Schweige kann man gut essen? Ich war da noch nie! Wie köstlich ist so ein Restaurantbesuch mit was Gescheitem auf dem Tisch!

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