Ein Abend und ein Dilemma

der gestrige lange Abend schwingt so tief in mir nach, dass ich die vorangegangene Woche wie ein Schemen aus längst vergangener Zeit empfinde. Wir sitzen in Abständen zusammen, haben eine WhatsApp Gruppe, die sich „Reunited LZ3“ nennt und haben eine gute Weile so gut zusammengearbeitet, dass sich daraus ein freundschaftlicher Kontakt entwickelt hat. Wir trafen uns gestern also in meiner Wohnung, ich hatte schon den ganzen Tag vorbereitet: die Wohnung aufgeräumt, gekocht, den Tisch gedeckt- was man halt so macht, wenn Besuch kommt. Wir saßen schließlich bis 1 Uhr nachts zusammen und unterhielten uns bestens über private Veränderungen in unserem Leben, was unter Kollegen ja nicht gerade üblich ist. Wie viel wir voneinander wissen… Zum Schluss wurde ich etwas unruhig, als es um die Zukunft ging. Ich saß als angehende Rentnerin, mit gerade mal dem Titel einer Referentin dreien gegenüber, die eine glänzende Karriere im Ministerium hingelegt hatten, mit glänzender Aussicht auf die berufliche Zukunft. Ich bin kein ehrgeiziger Mensch, aber da kam gerade ein wenig Neid auf und auch die Traurigkeit, dass ich nicht „noch mal von vorne anfangen kann“. Nach einem langen Mittagsschlaf und einem Spaziergang durch den Olympiapark beschäftigt mich gerade ein zweites Thema: Sabine hatte Karten (auch für mich) für ein Konzert im Hubertussaal besorgt. Am Donnerstag stand ich zur „rechten Zeit“ an der Ecke zur Auffahrt. Dort standen  ein paar Bundeswehrsoldaten, die niemanden weitergehen ließen. Alles gesperrt ! Heute Abend ist Zapfenstreich! Ich hatte mich im Datum geirrt. Das Konzert ist am 30.3. Da kommt Ruth zu mir, es ist schon lange ausgemacht. Ein echtes Dilemma

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3 Antworten

  1. Heike sagt:

    Ach Beate, was lässt sich da sagen? Ich finde so schön, was euch verbindet. Aber die Melancholie darüber, dass jemand anders woanders gelandet ist mit womöglich ähnlichen Voraussetzungen – die lässt sich nicht beiseite wischen. Ich glaube, ich kann es dir nachfühlen, habe meine eigenen Themen damit, würde gern sagen, dass alles seine Richtigkeit hat und was nicht alles wichtiger ist. Allein – es sitzt in dir und ist ein Leid. Nur soviel: mir ist es zunehmend wurscht, welchen Rang jemand hat. Aber das hilft nicht weiter. Kleist mit seinem Unvermögen, sich an ein Amt zu „fesseln“ spricht mir aus der Seele. Welchen Preis hat das alles! Er müsste dir helfen können! Das andere ist auch doof – was tun? Ruth kannst du schlecht beiseite stellen!

  2. Ines sagt:

    Aus meiner Sicht hast du viel erreicht in deinem beruflichen Leben. Wofür ist eine herausragende Karriere gut? Mehr Geld und besseres Ansehen? Das brauchst du doch gar nicht. Ich bin überzeugt, dass die sog. steile Karriere nicht glücklich macht.

  3. Renate sagt:

    Deine berufliche Karriere lässt sich doch sehen. Neid auf Jüngere, die auf dem Weg nach oben sind, menschlich. Du fängst etwas anderes an, eine Rentnerinnenkarriere.

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