Emotionale Berg-und Talfahrt

Die Woche begann fabelhaft: Sonntag nachmittags Klaus Maria Brandauer und Musik von Schubert und Mendelsohn-Bartholdy, die so schön war, dass mir die Tränen heiß über die Backen liefen. Heike ging es ähnlich, wie wir uns durch Blicke verständigten. Schön, dass wir Plätze nebeneinander hatten (das scheint nicht selbstverständlich immer so zu sein). Danach wurde es in meiner Arbeit intensiv, denn alle aus unserem Team hatten in den Pfingstferien außer mir Urlaub genommen, das bedeutet für mich ein strammes Arbeitspensum, aber ich mag das ganz gerne, vor allem, wenn kein unmittelbarer Druck dabei ist. Am Ende des Tages bin ich ohnehin in der Regel erschöpft. Im Wonnemonat Mai haben viele meiner Freundinnen Geburtstag In dieser Woche war ich an drei Abenden verabredet: Mit Gabi in Freising (die mir absagen musste, weil sie krank geworden war, dafür konnten wir uns für den September wieder für eine Woche Attersee verabreden), Sabine Zintel, die Ex-Frau von Walter und Viola. Mit Sabine und Viola war indisch Essen ausgemacht, mit Sabine bei meinem Lieblingsinder, den ich seit meiner Studienzeit immer wieder aufsuche. Da schmeckt es köstlich, Sabine und ich saßen danach noch länger auf meinem Balkon: Das war mein erster Abend mit Besuch auf dem Balkon! Viola kam mit Mann und Sohn am nächsten Abend erst einmal zu mir, ihre Freundin stand auch noch vor der Tür und Wonny und Achim, lauter Leute, die ich seit meiner Herrschinger WG-Zeit kenne. Ich hatte Spumante bereit gestellt:  erst mal anstoßen! Viola übergab mir ein Tütchen, auf dem „Merry Christmas“ stand . „Endlich kann ich Dir mein Weihnachtsgeschenk geben!“ sagte sie. Sie hatte mir Socken gestrickt. Dann ging es zum Inder bei mir um die Ecke, wo es allen gut schmeckte außer mir, aber ich habe es nicht laut werden lassen.

Am Freitag Großeinkauf: Alina und Simon hatten sich für den Abend angekündigt. Schön, dass sie wieder einmal da ist, meine Tochter. Ich mache mir Sorgen um sie. Sie hat es gut mit Simon, die beiden harmonieren bis heute. Also eine feste Bindung, eine schöne Wohnung, ein Studium, mit dem sie sich leicht tut. Und trotzdem schwere Depressionsphasen, in denen gar nichts geht. Im August will ich mit ihr alleine nach Frankreich fahren. Ich bange darum, dass sie was davon haben wird. Simon sehe ich seine Besorgnis an, stoisch ist er an ihrer Seite. Was hat sie für ein Glück, dass sie ihn gefunden hat.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Bei dir ist gerade das Gegenteil von mir – was die Kontaktfülle angeht. Bei dir geht’s auf, während ich gerade Pause von den Vielen mache. Mir kommt es vor, als sei Alina gerade bei dir gewesen. Wenn es Depressionen sind dürfte ein Aufenthalt bei Muttern gar nicht unbedingt das Mittel der Wahl sein. Bei euch schon? Bei dem Thema komme ich in eigene Gefilde – speziell bei der frühen, langjährigen Bindung. Nie war ich depressiver.

  2. Ines sagt:

    Also zwei mal indisch essen, einmal gut und einmal weniger gut. Welches ist denn dein Lieblingsinder? Dass Alina depressive Phasen hat, höre ich zum ersten mal. Sie erschien mir bisher aus deinen Berichten heraus immer als sehr selbstbewusst und zielstrebig. Wie Heike denke ich auch, dass ein Mutter-Tochter Urlaub die Depression noch befeuern könnte. Wessen Bedürfnis ist es, in dieser Konstellation Urlaub zu machen?

  3. Renate sagt:

    Bei dir ist ganz schön was los. Das verspätete Weihnachtsgeschenk hätte gut im kalten April gepasst. Das deine Tochter depressive Phasen hat tut mir leid. Einen Urlaub mit dir sehe ich auch skeptisch.

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