Ja gesagt

  1. Einmal muss ich noch unsere Hochzeit zum Thema machen. Ich kann kaum beschreiben, wie glücklich und euphorisiert ich nach diesen Tagen bin. Den Donnerstag und Freitag vor dem Hochzeitstag hatten wir frei genommen und,  was es noch zu tun gab, gemütlich vorbereitet. Eigentlich war ich ruhig, aber nachts lag ich stundenlang wach, denn scheinbar hat dieses Ereignis meine Seele nicht kalt gelassen. Freitag kam Jaron und fuhr mit uns zum Schliersee. Wir kauften noch Lebensmittel für die nächsten Tage ein, brachten diese und Jaron ins Haus, wo bereits Justus und Jolien seit einer Woche weilten. Dann ab zum Einchecken ins Hotel Terofal. Da wir bis zum abendlichen Essen mit allen Kindern, meinem Vater und meinen Schulfreundinnen noch Zeit hatten, spazieren wir gemütlich durch den Ort, trafen zufällig das Paar, das mit uns auf Elba war und nahmen noch einen Aperitif auf der Seeterrasse. Das Essen am Abend im Restaurant Terofal musste nach innen gelegt werden, weil es so kalt wurde. Aber am nächsten Tag begrüßte uns die Sonne zu unserem Hochzeitstag, der durchgetaktet war. 8 Uhr Friseur, während Hubert den Brautstrauß aus Miesbach abholte. 9 Uhr Schminken mit Majas Freundin, die dafür extra aus München mit der BOB kam. Das Fertigmachen im Hotel ging dann ohne Probleme und zum Standesamt liefen wir zu Fuß Hand in Hand, wo die Familie und Trauzeugen warteten. Der Einzug in den alten Richtersaal und die Zeremonie wurde von meinen lieben Musiktherapie-Kolleginnen musikalisch mit drei passenden Stücken begleitet. Bereits bei der Zeremonie wurden wir emotional, bei den“Zuschauern“ liefen Tränen und wir waren beeindruckt von der langen und persönlichen Ansprache. Die Ringe gingen leicht überzustreifen und Zack: verheiratet. Ich mag unsere neuen beringten Hände und muss immer wieder hinsehen und mir klar machen, dass ich jetzt verheiratet bin, denn es kommt mir irreal vor. Der Sektempfang nach der Trauung und das Essen im Biergarten des Ratskellers mit 26 Personen war ausgelassen und fröhlich. Danach hatten wir zwei Stunden Pause, die wir im Hotelzimmer verbrachten, etwas ruhten und uns frisch für den Abend machten. Den habt ihr ja nun mitbekommen. Ich muss sagen, dass ich mit jedem einzelnen Detail des Abends glücklich war. Wie der Saal geschmückt war, das Essen top, die Bedienung sehr umsichtig. Bei unserer Begrüßungsrede überrannten mich die Gefühle, womit ich nicht gerechnet hatte. Dadurch habe ich nicht alles gesagt, was ich wollte, habe aber gemerkt, wie alle Gäste, insbesondere die Frauen, mitgefühlt haben. Die Rede der Trauzeugen, die ihren Job sehr ernst genommen haben, war toll. Dann die große Überraschung, dass die Peergruppe ein Gstanzl vorgetragen hat, bei dem alle Gäste mitsangen, das war ein grandioses Erlebnis. Ich war begeistert. Dass meine Familie dann auch noch eine Linedance-Choreo mit selbst gesungenen Lied aufführten, hat mich so gefreut. Schließlich der Hochzeitstanz, der uns lässig und beschwingt gelang und den Rest des Abend Tanzen bis zum Umfallen, irgendwann in Socken. Der gestrige Tag war der Verarbeitung all dessen gewidmet. Nach dem Frühstück im Terofal mit meinen Geschwisterfamilien und Vater und deren Verabschiedung, saßen wir mit den Kindern stundenlang auf der heißen Terrasse im Schatten, lasen die Briefe und packten die Geschenke aus, aßen unter anderem die Reste des Hochzeitskuchens. Irgendwann fuhren alle außer Jaron nach Hause und am Abend kamen Schwester Petra und Mann, die noch einen Tag länger in Schliersee blieben und heute nach Italien aufgebrochen sind. Obwohl ich erst keine Lust mehr auf Besuch hatte, wurde es ein sehr schöner lauer Abend mit entspanntem Nudel kochen und Reflektieren des Vortages. Heute schließlich Jaron zur Bahn gebracht und den Tag als frisch vermähltes Paar alleine verbracht. Viel gewaschen, Betten bezogen, weiter Briefe gelesen, WhatsApps geschrieben. Nachher gehen wir noch Essen mit zwei Gästen, die noch ein paar Tage drangehängt haben. Ich bin jetzt zwar ein bisschen erschöpft, aber das Glücksgefühl hält an. Hubert geht es genauso. Wir sind unendlich dankbar für alles und haben den Schritt ins gemeinsame Eheleben als den Höhepunkt unserer jetzigen Beziehung erlebt.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich könnte mir vorstellen, dass es so schnell nicht das letzte Mal sein kann, dass du über die Hochzeit schreibst. Dieses Euphorisiert-Sein kann ich absolut nachvollziehen, es war ja ein Beindrucktwerden von Innen, von Außen, durch all die Vorbereitung, die Menschen; das kann nicht so schnell abklingen. Die Darbietung deiner Familie hat mir übrigens auch wahnsinnig gut gefallen! Das Allerwichtigste, im Grunde das einzig Wichtige, das Ja-Wort mit allem, was es bedeutet, klingt bei deiner Schilderung durch.

  2. Renate sagt:

    Da passte doch wirklich alles. Aus bedingt habe ich, war bestimmt auch so gemeint, mit einem Lächeln, beringt gemacht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unwirklich mir die Tatsache erschien, nun eine verheiratete Frau zu sein. Das scheint auch bei der zweiten Ehe so zu sein. Ich habe mir gestern, animiert vom Auftritt deiner Familie, line dance auf Youtube angeschaut. Anfängerkurs, ging noch, Fortgeschrittene, echt der Hammer.

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