Mit halber Kraft in die Sommerzeit
Letzten Sonntag hatte ich nichts in den Blog geschrieben, ich lag mit Kopfschmerzen im Bett. Das Wetter? Die Hitze? Es hatte sich schon am Abend der Hochzeit angekündigt, Ich war so sehr berührt über die Ansprachen von Euch, Ines und Hubert!, über all die mir sympathischen Menschen auf der Hochzeitsgesellschaft, die fröhliche Stimmung, das Ambiente, die Leichtigkeit dieses schönen Sommerabends und das lustige Gschtanzel. Und doch hatte ich eine Kraftlosigkeit in mir, die mich über mich stolpern ließ, wo ich mehr mit mir beschäftigt war als mir lieb war. Fortsetzung folgte die Tage darauf. Auch am schönen Geburtstagsabend von Heike in Michaels Gärtchen.
Selbst an den Tagen danach (ich arbeitete am Gymnasium Puchheim) konnte ich es nicht ignorieren: Eigentlich gehöre ich ins Bett, um erst dann wieder aufzustehen, wenn die Kraft wiederkommt. Doch was ist dann, wenn dieser Zustand dem Alter geschuldet ist? Wenn diese Müdigkeit Ausdruck einer sinkenden Vitalität ist, wenn sich mein Lebensmut im Sinkflug befindet?
Die Tage an sich waren klimatisch eine Herausforderung, im obersten Stock, Glasfenster, durch die die Sonne gnadenlos herein brennt, an die 40 Grad Dauertemperatur, schweißgebadet mit der Musikergruppe Strategien entwickeln, wie sie gut durchs Spiel kommen könnten. Was hatte ich für tolle, kreative Schülerinnen und Schüler mal wieder! Die ersten drei Stunden Unterricht über Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, Bayerische Geschichte, Geschichte der DDR bis zum Fall der Mauer, ein Ritt, bei dem alle vier Gruppen dabei waren, zugehört haben, nachgefragt, diskutiert haben und schließlich das Wichtigste im Spiel anwenden konnten. Erfolgserlebnisse. Trotz der Hitze, unter der selbst die 17jährigen litten.
Das Wetter ist schon sehr anstrengend. Sicher ist deine Kraftlosigkeit dem geschuldet. Du schaffst ja trotzdem so viel. Vielleicht hast du auch sehr hohe Ansprüche an dich. Wenn ich bedenke, das du letztes mal noch vor der Schreibgruppe deine Balkonmöbel gestrichen hast, mal eben.
Ich freu mich für dich, dass Puchheim gut gelungen ist. Was deine Kraftlosigkeit betrifft traue ich mich wenig zu sagen. Ich frage mich die ganze Zeit, ob das jetzt so bleibt, dass ich nicht laufen kann und k.o. bin, wenn ich nur die Kralle hebe. So fertig von dem Bisschen, was ich tue, dass ich weggeschickt werde – nicht etwa, weil ich Lust auf eine Reise hätte. Zaghaft wie ich mich selber fühle wage ich nicht, dir verbal auf die Schulter zu klopfen. Denke aber auch, was Ines schreibt. Manchmal bist du unverwüstlich.
Ich glaube nicht dass es mit dem Alter zu tun hat. Ich gehe natürlich von mir aus. Es gelingt dir doch trotzdem noch jede Menge, trotz Kraftlosigkeit. Ein Highlight deine SchülerInnen, die dich aufgebaut haben,