23-08-13-Wolken statt Sternschnuppen – Inspektion, soziales Leben, Besuch bei Fabian – endlich wieder See

Wie hatte ich den Regen satt! Jetzt dürfen wir uns wieder über Wärme freuen, wenn nicht gar unter Hitze ächzen.

Letzten Sonntag nach alltäglichen Notwendigkeiten bei Michi erneut sechzig Bücher aussortiert. Mittagessen im Jagdschlössl halb im Freien bei beschissener Bedienung und mäßigem Essen. Miserabler Zwetschendatschi kam eine Viertelstunde nach Espresso – habe ihn zurückgehen lassen.

Konzentration auf euch – jede einzeln: bei Beate zum kunstvoll gefüllten Huhn und Kartoffelstampf, genau gesagt zu dreigängigem Festessen- so üppig und köstlich, dass meine Eingeweide ächzten! Auto geliehen, um Bretter zerlegter Regale im Baumarkt für neue Regalkonstruktion zusägen zu lassen, wasToom im Gegensatz zu anderen Baumärkten macht. – Ines am Mittwoch im Tribeca – erstmals! Für mich war`s so schön, aber hinterher schlechtes Gewissen: Habe ich zuviel geredet? Hatte ich genug „Ohr“? Ein dringliches Thema ist mir hinterher eingefallen – war vielleicht nicht mehr brennend? – Beate am Freitag zum Abholen des Autos – wieder ausgiebiges Füßekraulen.

Sonntag der absolute „Urlaubstag“: Morgens endlich wieder See, empfindlich abgefrischt. Felder inzwischen zum Teil abgemäht. Lang geschwommen; nettes Gespräch mit einem zugezogenen Rheinländer über alles, was die Welt bewegt; wieder nette junge Familien. Von dort abermals Richtung Beate, wo wir bei spätem Frühstück im Rigoletto den vergessenen Fahrzeugschein nachgereicht haben. Hinterher kleines Schläfchen, dann nach langer Zeit aus- und ergiebige Tee“stunde“ mit Renate bei mir, auch um meine CD der Stimm-Frau zu übergeben, die ungeöffnet hier liegt, seit ich in Buchenried dengleichen Kurs gemacht habe.

Peer Gynt im Rahmen des Nymphenburger Sommerfestivals unter freiem Himmel trocken überstanden, leider keine Sternschnuppe am bewölkten Himmel. Das Stück hat mir kein bisschen gefallen. Da es Freiluft war bot sich der Vergleich zum Laien-Faust in Dorfen an, dem es in keinster Weise standhielt. In Nymphenburg saß man ohne Tribüne auf dem Rasen, sah wenig, die Schaupieler brüllten zuviel; endlos langweilige Monologe, das Stück mag ich nicht besonders; ein Flop. Das beste daran war der Heimweg auf dem Fahrrad durch die laue Sommernacht.

Großereignisse dieser Woche: Aufmarsch von Michaels Vermieterin mit Makler und zwei Architektinnen, die ewig im Haus herumgespitzelt haben. Wahnsinniger Stressfaktor! – Fabian bei Omama besucht. Diesen Wunsch trug er immer wieder an mich heran. Die „sterbende“ alte Dame, die nicht stirbt. Fabian übernimmt derzeit einmal monatlich eine Woche die Betreuung. Sie sind selig miteinander, Omama voller Vertrauen, er unendlich geduldig. Er sei der Beste. Er sei der Liebste. Wunderbar. Dadurch, dass Melsene todkrank ist, ist die Situation prekär. Das Haus, in dem auch ich gelebt habe. Der Garten. Die Atmosphäre. Allein der Weg dorthin verursacht ein Beben in mir. Fabian hatte gekocht, mir ein Brot gebacken, Dante vorgelesen… In seinem Ziegenbart erste graue Haare.

Verkatert vom Ende des Leserauschs mit „Blue Skies“ jetzt Luisa Neubauer. Sie schönt Reemtsma und die Geschichte ihrer Familie nicht, überzeugt mich bezüglich der Trauer um ihren Vater, zeichnet nach, wie ihr der verantwortungsbewusste Blick auf die Welt und Protest „gegen die Ohnmacht“ in die Wiege gelegt ist. Sie wird meine Welt vielleicht nicht bewegen, oder doch? Jedenfalls Respekt. – Peer Gynt versucht, aber nicht ausgehalten.

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4 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Ich bin zu allen erwähnten Themen, nach unseren gestrigen Teestunden, voll im Bilde. Das Fabian sich derart rührend um seine Großmutter kümmert ist bewundenswert und zeigt ihn von einer ganz anderen Seite. Eine Anmerkung hätte ich. Die CD war doch schon geöffnet, darauf sind jiddische Lieder, nicht wie ich dachte etwas zur Stimme. Singen hat natürlich auch mit Stimme zu tun, du weißt was ich meine.

    • Heike sagt:

      Ach echt? Sie sah so zu aus, sorry. Und nein, nichts über die Stimme….Sie singt auch – jiddisch in den Fall, glaube ich. Singen hat mit Stimme zu tun – herrlich, ja. Deshalb habe ich jetzt schon zwei Stimmkurse gemacht und immer gedacht, es würde um Singen gehen. Wenn du ein Buch darüber brauchst: Beate hat eines von mir bekommen über die Entwicklung der natü+rlichen Stimme – die Linklater-Methode. Das können wir vielleicht mal herumreichen?

  2. Beate sagt:

    ja, gerne können wir das Buch rumreichen – die Stimme vor Dauerkrächen bewahren, die Stimme schulen- ein großes Thema ! Ich hebe mich über Eueren Besuch so sehr gefreut! Die entspannten Stunden in der sich immer weiterentwickelnden neugestalteten Wohnung waren so sehr schön! Daraufhin habe ich in meinem Zuhause gleich den Blick streng schweifen lassen: Zuviel Bücher, zuviel Unrat. Was sammelt sich nur so viel Zeug an!
    Besonders hat mir gefallen, was Du von Fabian schreibst. Mein Herz ist aufgegangen, ich würde ihn gerne mal wiedersehen!

    • Heike sagt:

      Das Geheimnis ist eigentlich gerade nicht, die Stimme zu „schulen“, sondern es ist ganzheitliche Körper- und Seelenarbeit, vielleicht sogar an der ganzen Persönlichkeit! Ganz im Gegensatz zur Logopädie – wobei die ja eigentlich heutztage auch den ganzen Körper mitnimmt.

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