Aus Berlin zurück

nun ist mein Beitrag schon seit drei Tagen „überfällig“, gestern spät am Abend kam ich endlich an! Planmäßig war der Zug in Berlin abgefahren, in jeder Station lief er fahrplanmäßig ein – bis alles kurz nach Ingolstadt aus war. Vor dem Zug war ein Güterzug in Brand geraten, die Feuerwehr war angerückt und man plante, eine Lokomotive  vor das Hinterende zu spannen, den Zug zurückzufahren und mit einen Umweg über Donauwörth und Augsburg kurz vor Mitternacht in München eintreffen zu lassen. Ich kam mit einer Krankenschwester aus München ins Gespräch, die meinte, wir hätten jetzt gut ein Glas Prosecco zum Trost verdient… was für eine gute Idee! ich lief vor ans andere Ende des Zuges. Im Bistro wurden jede Menge Wasser zur Verfügung gestellt, ich erstand einen Piccolo Rotkäppchen mit zwei richtigen Gläsern und kehrte an den Platz zurück. Dann erfuhr ich alles über die Einschulung ihres Enkels, das Leben der Familie ihres Sohnes in einem Vorort von Berlin und ihre Sorgen, zu mitternächtlicher Stunde heim fahren zu müssen. Mit der Heimfahrt kam es dann doch nicht so wüst: Die Feuerwehr konnte schnell Abhilfe schaffen, der Zug konnte auf der üblichen Strecke weiterfahren und mit einer 90minütigen Verspätung kam ich um 23 Uhr zuhause an! Ich riss erst einmal alle Fenster auf. Herr Benkö hatte ja die Türen gestrichen, das roch etwas streng. Wie schön waren die Tage in Berlin gewesen! Das kurze Treffen mit Ruth, bei dem ich mit ihr verabredete, dass ich im kommenden Frühjahr nach Zypern kommen werde, der Spaziergang mit Bine um den Schlachtensee, das Theaterstück „Rio Reiser- ich bin ein Mensch“, Birgit und Uwe, die mich sehr herzlich in ihrer Wohnung bekochten und schließlich meine Alleingänge ins Museum im Hamburger Bahnhof und in die Neue Nationalmuseum. Befremdliche Erfahrungen hatte ich auch, das gehört zu Berlin. So machte ich mit Birgit einen Kurzbesuch bei einer Zeitzeugin aus Hohenschönhausen, die ihren Esstisch nicht nutzt. Da steht die Urne ihres Mannes drauf, daneben die Urne ihrer Lieblingskatze, eine Flasche Rotwein und der Fressnapf für die Katze, die noch bei ihr lebt.

 

 

 

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Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Die letzte Szene ist echt der Knüller! Und auch der Rotkäppchensekt mit deiner neuen Zugfreundschaft! Gerade kam von Jakob eine Nachricht, der mit Anna auf dem Rückweg von Lodz nach Rotterdam ist: Trotz dreimaliger Vorwarnung und Ankündigung von Ausfällen und Pannen läuft es entgegen jeder anderen Erfahrung diesmal wie am Schnürchen und pünktlich auf die Minute! Wer steigt da jemals durch?

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