Ines allein zu Haus und fürchterliches Ergebnis der Haarfärbung

Samstagabend. Ich sitze alleine auf dem kleinen Küchenbalkon. Es ist schon dunkel, aber noch mild. Ich freue mich, dass der Sommer nochmal zurück gekommen ist. Alleine bin ich, weil Hubert seine anstrengende Cousine in der Nähe von Darmstadt übers Wochenende besucht, mit der er schon seit langem ein sehr angespanntes Verhältnis hat. Einerseits war sie für ihn in der Kindheit wie eine ältere Schwester, andererseits ist er seit langem sehr genervt von ihrer Besserwisserei, ihrer negativen Weltsicht und ihrem divenhaften Getue. Er hatte sie nicht zur Hochzeit eingeladen, was mir sehr entgegen kam, weil bei dem bisher einzigen Treffen vor Jahren zwischen uns keinerlei Sympathie aufkam. Ich bin gespannt, ob sein Besuch zu einer Klärung der Beziehung beiträgt. Heute mittag traf ich mich mit Maja in einem veganen Lokal namens Emmis kitchen im Glockenbachviertel. Drei Stunden Reden über Alles, insbesondere über das Hochzeitsfest von ihr und Bernd, mit dem sie bis auf ein paar kleine Einschränkungen überglücklich war. Sie kommt mir in letzter Zeit richtig erwachsen vor. Ihr nächstes Großprojekt ist die Abschlussprüfung ihrer Psychotherapieausbildung mit Approbation. Dann steht es ihr offen, eine eigene Kassenzulassung zu erwerben. Das Thema Schwanger werden schwebt immer mit, aber sie spricht nicht darüber und ich spreche es auch nicht an. Danach war ich noch bei Hugendubel und Galeria, hab ein Buch für Hubert und einen Wasserkocher erstanden.

Am Mittwoch, meinem freien Tag, habe ich mir eine Haarcoloration im Vitalia gekauft in der Farbnote „naturblond“, um meinen neuen kurzen Haarschnitt noch zu verschönern und weil ich mir was Gutes tun wollte. Ich dachte, es ist eine harmlose Naturfarbe. Als ich das Resultat nach der Färbung sah, wäre ich am Liebsten im Boden versunken. Dunkelbraun, oh mein Gott!! Ich fands grauenhaft und überhaupt nicht zu mir passend. In meiner Not rief ich meine Friseurin an, die mir für Freitag einen Termin geben konnte. So musste ich am Donnerstag und Freitag mit dieser wirklich düsteren Haarfarbe zur Arbeit gehen. Ich hab mich in meinem Büro verbarrikadiert und bin zum Hintereingang rein und rausgegangen, so geschämt hab ich mich. Zum Glück konnte die Friseurin am Freitag durch einige Strähnchen Abhilfe schaffen. Es ist immer noch viel dunkler als vor der Färbung, aber nicht mehr ganz so fremd. Ansonsten habe ich diese Woche endlich den Antrag für meinen Kartenführerschein auf den Weg gebracht, so aufwändig! Der soll den rosanen Papierführerschein ergänzen. Ich hoffe, ich hab dem Antrag alles Nötige beigelegt. Solche Anträge finde ich als studierte Frau echt herausfordernd. Da frage ich mich, wie das Menschen mit weniger Bildung und Deutschkenntnissen hinkriegen.

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2 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Es ist beruhigend, dass Beziehungen wie die zwischen Hubert und seiner Cousine in Abwandlungen fast jeden Menschen, jede Familie heimsuchen. Zum Brüllen, wovon er alles die Nase voll hat und sofort ist „man“ auf seiner Seite! – Die Entgleisung deiner Haarfarbe finde ich köstlich. Du schämst du sogar!? Schade, dass wir dich so nicht mehr bewundern dürfen, da ist uns was entgangen! Eine Friseurin, die wie bei einem Notfall konsultuert werden kann – fabelhaft! – Maja – mein Gott! Ich bin noch bei ihrer Einschulung! Mir gehen manche Entwicklungen fast zu schnell. Aber ja, das Alter jetzt würde „passen“. Ein Spagat wie durch alle Zeiten und in unserer Zeit deutlich mehr: Kind(er) und Karriere. Als sei es ein Kinderspiel.

  2. Renate sagt:

    So wie es gestern beim Frühstück geklungen hat, ist es bei Huberts Cousine ganz gut gelaufen. Wie witzig, du schleicht dich zum Hinterausgang raus, mit deinen dunklen Haaren, die ich gern gesehen hätte.

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